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Zum App entwickeln ist man nie zu alt – 82 Jährige sorgt für Furore

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So wie jedes Jahr fand auch heuer wieder Apples Entwicklerkonferenz WWDC (Worldwide Developers Conference) in Kalifornien statt. Normaler Weise tummeln sich dort Entwickler, Programmierer und sogenannte „Gurus“, die alle im Durchschnitt so um die 30 sind. Doch in diesem Jahr hat ihnen eine Frau die Show gestohlen, die von vielen die Ur-Großmutter sein könnte: Masako Wakamiya, 82 Jahre jung und ihres Zeichens App Entwicklerin.

Sogar Apple Chef Tim Cook war begeistert
(c) facebook.com/masako.wakamiya.5

Masako Wakamiya – der beste Beweis, dass man nie zu alt ist, um neues zu lernen.

Wakamiya hat mit ihrer iPhone App Hinadan, einem Spiel für Senioren, u.a. die Aufmerksamkeit von Apple Chef Tim Cook auf sich gezogen – nicht alltäglich in einer Branche, in der das Durchschnittsalter in hippen Start-Ups kaum über 30 hinaus geht.

Das Credo der Japanerin: „Im Zeitalter des Internets hat es Auswirkungen auf das tägliche Leben, wenn man mit dem Lernen aufhört.“ Drei Monate habe sie gebraucht, bis sie verstanden habe, wie das Internet funktioniert, sagt sie rückblickend über ihren Start im www in den Neunzigerjahren. „Mein Gesicht war nass von Tränen und Schweiß“, so sehr habe sie sich gefreut, als sie endlich ihre erste Online-Nachricht bekam, erzählt Wakamiya in einem Video auf YouTube, das sie bei einer Tech-Konferenz in Tokio zeigt (siehe unten).

Aus der Not eine Tugend gemacht

Das Internet ermöglichte ihr, sich mit anderen auszutauschen, ohne die pflegebedürftige Mutter allein zu lassen. Doch eines störte die pensionierte Bankkauffrau nach eigenem Bekunden gewaltig: Es gab kaum Programme oder Anleitungen für Senioren. Das einzig halbwegs Spannende war ein Buch über Excel, sagt sie. Also studierte sie das, und begann mit Excel japanische Strickmuster digital nachzubauen. „Excel ist Kunst“, sagt sie.

Ihre neu gewonnenen Erfahrungen schrieb sie als Gebrauchsanweisungen für Computer nieder. Und dann brachte sie sich selbst das Programmieren bei. In nur sechs Monaten entwickelte sie Hinadan. Die Nutzer müssen Zierpuppen in traditionellen japanischen Kostümen in eine bestimmte Reihenfolge bringen. Inspiriert ist das Spiel vom japanischen Puppenfest Hina-Matsuri, das jedes Jahr im März gefeiert wird.

Inspirationsquelle

Apple-Chef Cook erklärte sie, dass sie beim Programmieren berücksichtigt habe, dass ältere Leute ihr Hör- und Sehvermögen verlieren, und dass sie ihre Finger womöglich nicht so gut bewegen können. Cook habe sie daraufhin beglückwünscht und als „Inspirationsquelle“ gelobt. Aber sehen sie selbst – hier in einem Video aus dem Jahr 2014. Einfach nur faszinierend, diese Frau!


(Bilder: facebook.com/masako.wakamiya.5, Video: Youtube.com)

tom

tom

Seit "ewigen" Zeiten dem Schreiben zugetan, speziell und vor allem online 😉
tom

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