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Die Hälfte der Lebensmittelabfälle ist vermeidbar

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Rund 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle und -verluste fallen jedes Jahr in Österreich entlang der Wertschöpfungskette an, Landwirtschaft und Produktion noch ausgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der von World Wide Fund for Nature (WWF) und Mutter Erde präsentierte Lagebericht des Österreichischen Ökologie-Instituts. Besonders tragisch: die Hälfte davon wäre vermeidbar!

Erschreckend: die Hälfte der Lebensmittelabfälle wäre vermeidbar. Und uns blieben solche Bilder erspart... (c) Pixabay.com

Erschreckend: die Hälfte der Lebensmittelabfälle wäre vermeidbar. Und uns blieben solche Bilder erspart…

Aufrüttelnd sind auch die Ergebnisse zum Zustand der entsorgten Lebensmittel: Im Restmüll finden sich ca. zehn Prozent originalverpackte oder nur teilweise verbrauchte Produkte. Diese Mengen an weggeworfenen Produkten haben nicht nur enorme Auswirkungen auf die Umwelt, sondern sind auch finanziell gesehen bedenklich.

Durch die vermeidbaren Lebensmittelabfälle beispielsweise bei Restaurant- und Kantinenbesuchen könnten österreichweit insgesamt ca. 380 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

Das ist noch lange nicht alles

„Unsere berechneten Gesamt-Lebensmittelabfälle sind als erster Richtwert zu sehen. Die 760.000 Tonnen decken nur die Bereiche ab, zu denen Daten verfügbar sind. Man kann also davon ausgehen, dass noch beträchtliche Mengen hinzukommen“, erklärt Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut. Landwirtschaft und Produktion konnten aufgrund fehlender Daten nämlich nicht miteinberechnet werden. Hinweise aus anderen Ländern lassen jedoch auf eine nicht vernachlässigbare Lebensmittelabfallmenge in diesen Sektoren schließen.

Petition des WWF

Die Studienautoren orten insgesamt großen Handlungsbedarf, wenn es um das Vermeiden von Lebensmittelabfällen und –verlusten geht: Alle Akteure sind gefordert. Wir brauchen transparente Daten und verbindliche Maßnahmen zur Abfallvermeidung. Darum müssen klare politische Zuständigkeiten – etwa in Form einer einzig verantwortlichen Koordinierungsstelle, verbindlicher Maßnahmen und Reduktionsziele für alle betroffenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette und transparenter Daten sowie Zielüberprüfungen, dringend beschlossen werden. Konsumenten können die Forderungen des WWF unterstützen, in dem sie mit ihrer Unterschrift ein klares Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen und die Petition unter www.wwf.at/essen-ist-kein-mist unterzeichnen.

Jeder Einzelne kann Beitrag leisten

Aber auch im ganz persönlichen Lebensbereich kann jeder und jede Einzelne einen wertvollen Beitrag leisten. Die richtige Lagerung von Lebensmitteln, eine gute Einkaufsplanung oder das Mitnehmen von Übriggebliebenem nach einem Restaurantbesuch, sind einfache Tipps, die leicht zu beherzigen sind. Lebensmittel sind zu wertvoll um im Müll zu landen. Obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum nichts anderes ist als eine Garantieerklärung des Herstellers etwa wie die Garantie bei einem Elektrogerät, werden viele einwandfreie Lebensmittel allein aus dem Grund der Überschreitung dieses Datums weggeworfen. Dabei wären sie – bei richtiger Lagerung – oft viel länger genießbar.

Service

Hier finden Sie noch den direkten Link zur Studie: Lagebericht des Österreichischen Ökologie-Instituts.

Bilder: Pixabay.com

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