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Die Tücken mit dem Rücken: Was ist los, wenn „das Kreuz“ schmerzt?

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Die Wirbelsäule gilt mit ihren zahlreichen Gelenken als Bewegungskünstler. Sie hält uns aufrecht, trägt zum Großteil unser Gewicht und ist sowohl stabil als auch beweglich. Leider gelten aber die „Tücken mit dem Rücken“ als gesundheitlicher „Problembereich“ Nummer eins. In Österreich leidet ungefähr jeder Dritte ab 15 Jahren, also fast 2,3 Mio. Menschen*,  unter Wirbelsäulenbeschwerden. Lesen sie hier, um welche Beschwerden es sich dabei handeln kann.

Die Wirbelsäule – ein anatomischer Geniestreich
(c) Pixabay.com

Das „Wunder“ Wirbelsäule.

Die Wirbelsäule muss gleichzeitig Lasten tragen und beweglich sein. Daher besteht sie aus stabilen Teilen wie den Wirbelkörpern, und aus flexiblen Teilen wie zB Bandscheiben und Wirbelgelenken. Die perfekte Kombination aus beidem sorgt für die nötige Stabilität und Beweglichkeit unseres Körpers.

Darüber hinaus werden die sieben Hals-, zwölf Brust- und fünf Lendenwirbel mit Kapseln, Bänder, Sehnen, Muskeln und Nerven miteinander verbunden. Zusätzliche Stabilität erhält die Wirbelsäule durch ihre Doppel-S-Form. Und nicht zuletzt bilden Wirbelkörper und Wirbelbögen einen Kanal, in dem geschützt die zentrale Nervenbahn zwischen Hirn und Körper verläuft – das Rückenmark.

 

Was belastet nun den Rücken bis er schmerzt?

Die Ursachen für Schmerzen im Rücken sind mindestens so komplex wie die Wirbelsäule selbst. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen unspezifischen und spezifischen Rückenschmerzen. Unspezifische oder auch funktionelle Schmerzen kommen häufiger vor. Sie rühren meist von den Muskeln, Sehnen oder Bändern her und entstehen, wenn diese zB durch Verspannungen, Verhärtungen oder Reizungen beeinträchtigt sind. Spezifische Schmerzen sind solche, deren organische Ursache eindeutig ist, wie zB Bandscheibenvorfälle.

Unspezifische/ funktionelle Rückenschmerzen
  • Hexenschuss
    plötzlich auftretenden Schmerzen zB wegen Quetschungen oder Einengungen der Nerven, verspannter Muskeln, verhärteter Sehnen oder blockierter Gelenke. Der Schmerz klingt normaler Weise innerhalb einer Woche wieder ab;
  • Ischias
    Schmerzen des Ischiasnervs mit typischer Schmerzausdehnung in Gesäß und Beine, oft auf Grund von Problemen mit den Bandscheiben;
  • Verspannungen
    Verkürzungen der Haltemuskeln im Rücken, die soweit führen können, dass sich die Mechanik der Gelenke verändert. Diese können u.U. nicht mehr wie vorgesehen fixiert werden, blockieren und verursachen in der Folge Schmerzen;
  • unsere Psyche
    Auch Stress, Unzufriedenheit, psychischer Druck oder Depressionen können Rückenschmerzen begünstigen.

 

Spezifische/ organische Rückenschmerzen

Viele spezifische Rückenschmerzen stehen in direktem Zusammenhang mit dem natürlichen Verschleiß unseres Körpers mit zunehmendem Alter.

  • Arthrose
    Wirbelgelenkarthrose gehört zu den degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule und ist durch Abnutzung bedingt. Meist ist davon der stark belastete untere Bereich der Lendenwirbelsäule betroffen;
  • Wirbelgleiten
    Die Wirbel liegen nicht mehr in ihrer normalen Position aufeinander, was v.a. dann zu Schmerzen führt, wenn verschobene Wirbel auf Nerven oder Bandscheiben drücken;
  • Bandscheibenvorfall
    Das Gewebe der Bandscheiben kann mit zunehmendem Alter oder häufig durch Fehl-/ Belastung spröde, dünn und rissig werden. Das beschädigte Gewebe drückt sich dann in den Wirbelkanal und reizt die Nerven, was starke Schmerzen verursacht;
  • Osteoporose
    Die Knochen verlieren an Festigkeit und Elastizität und brechen schneller. Die Wirbelkörper sind von der Krankheit oft als erstes betroffen, wodurch sie in sich zusammensinken. Dadurch erschlaffen Rückenstreckmuskeln und Bänder, was heftige Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen kann.
  • Stauchung oder Zerrung
    Oft die Folge eines Schleudertraumas, also einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule. Unfälle können sowohl Muskeln, Bänder und Bandscheiben als auch Gelenkkapseln, Nerven, Blutgefäße oder Wirbel und Wirbelgelenke schädigen. Typische Symptome für ein Schleudertrauma sind Muskelverspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit oder Schmerzen, die in Kopf, Schultern und Arme ausstrahlen. Aber auch Übelkeit, Schwindel, Seh-, Sprach- und Konzentrationsstörungen können ein Anzeichen auf ein Schleudertrauma sein.

 

Hinweis

Wer seinem Rücken etwas Gutes tun und Schmerzen vorbeugen will, sollte im Alltag einige Tipps beherzigen, auf ein normales Gewicht achten, regelmäßig Rückengymnastik und/ oder Yoga machen und auf schonende Sportarten wie Schwimmen setzen. Dazu mehr in unserem nächsten Beitrag.

Dass der Rücken mal zwickt, gehört sozusagen dazu wie gelegentliche Kopfschmerzen oder eine kleine Erkältung. Meist verflüchtigen sich die Beschwerden schnell und sind nicht behandlungsbedürftig. Haben sie aber anhaltende und/ oder immer wiederkehrende Schmerzen, konsultieren sie ihren Arzt. Bitte beachten sie, dass es sich bei unserem Beitrag lediglich um einen groben Überblick über mögliche Rückenbeschwerden handelt und in keinster Weise einen Facharzt ersetzen kann, soll und möchte.

* Quelle: Statistik Austria

(Bilder: Pixabay.com)

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