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Wir wandern auf Hütten, der Rest kommt per E-Drohne

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Die Naturfreunde haben eine technische Innovation der Extraklasse getestet: eine E-Drohne, die künftig bei der Hüttenversorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern den Hubschrauber ersetzen könnte. Die über 3 x 3 Meter große E-Drohne ist ein sensationelles Novum und wurde bei der Pinzgauer Hütte südwestlich der Schmittenhöhe bei Zell am See erstmals in Österreich vorgestellt.

Die Zukunft der Hüttenversorgung
(c) Naturfreunde Österreich

So könnte die Zukunft der Hüttenversorgung ausschauen.

20. August 2017,  12.45 Uhr: Der erste Pilotflug einer E-Lastendrohne in Österreich wurde auf einer Seehöhe von 1.700 m durchgeführt. Die E-Drohne wurde mit einer etwa 50 kg schweren Metallkiste beladen und von Jānis Putrāms, dem lettischen Piloten der Erbauerfirma Aerones SIA, gestartet. Es klappte alles hervorragend – die E-Drohne schwebe Richtung Piesendorf und landete nach dem Testflug wieder punktgenau am vorgesehenen Start- und Landeplatz nahe der Pinzgauer Hütte.

Bis 100 kg Last und 12 Minuten Flugzeit

Diese E-Drohne kann bis zu 100 kg schwere Lasten transportieren. In der derzeitigen Testphase darf die Drohne jedoch nur mit 60 kg beladen werden. Die Route kann vor jedem Abflug mittels GPS-Daten festgelegt werden, somit müsste die Drohne zukünftig im Flug nicht mehr mit Sichtkontakt gesteuert werden. Die E-Drohne kann bei voller Beladung etwa 12 Minuten fliegen. Bei weniger Last sind derzeit bis zu 20 Minuten möglich.

Die Naturfreunde besitzen rund 140 Hütten in Österreich. Alle alpinen Vereine zusammen betreiben in Österreich etwa 440 Hütten, von denen manche nicht oder nur sehr schwer zugänglich sind. Diese Technologie könnte zukunftsweisend für eine umweltschonende Hüttenversorgung werden.

Tradition und Technologie lassen sich vereinen
(c) IONICA/ Didi Kopf

v.l.n.r.: Regina Hrbek, Günter Abraham, Astrid Salmhofer, Helmut Schwarzenberger (Naturfreunde), Alex Höller und Sebastian Vitzthum (Organisatoren der IONICA).

Die Naturfreunde engagieren sich für eine lebenswerte Umwelt und für einen schonenden Umgang mit der Natur. Eine ihrer Kernaufgabe ist es, für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in allen Lebensbereichen beizutragen. Dass dies keinen Widerspruch mit technologischen Innovationen darstellen muss, zeigt ihr neues Projekt: eine mit einem Elektromotor betriebene Drohne, die künftig schwer zugängliche Hütten versorgen könnte. „Tradition und Innovation lassen sich bei dieser neuartigen Idee sehr gut vereinen! Die Naturfreunde wollen die moderne E-Technologie dazu nutzen, um eine geräuscharme, geruchslose und vor allem umweltschonende Versorgung für unsere Hütten in Zukunft zu gewährleisten“, sagte Günter Abraham, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich bei der Präsentation bei der Pinzgauer Hütte.

Begeistert zeigt sich auch Sophia Burtscher, Landesvorsitzende der Naturfreunde Salzburg und Hüttenwirtin der Rauchenbühelhütte. „Diese Technologie bietet eine große Chance für die Hüttenversorgung im hochalpinen Raum. Wir erwarten uns hier zukünftig flexiblere Belieferungsmöglichkeiten und eine Minimierung der Versorgungskosten, im Vergleich zur derzeitigen Hubschrauberversorgung“.

Technische Daten zur Drohne
  • Mögliche Last: in der Testphase bis 60 kg, in der Ausbaustufe bis 100 kg
  • Größe: 3,20 x 3,20 m
  • Derzeit mögliche Einsatzzeit: ca. 12 min bei voller Beladung
  • Temperaturbereich: bis minus 20 °C möglich
  • Geschwindigkeit: max. 120 km/h
  • Flughöhe: max. 1.000 m
  • Windgeschwindigkeit: max. 55 km/h
  • Steuerung: momentan lt. gesetzlichen Bestimmungen nur mit Sichtkontakt erlaubt

 

Aber sehen sie selbst.

(Bilder: Naturfreunde Österreich, IONICA/ Didi Kopf)

tom

tom

Seit "ewigen" Zeiten dem Schreiben zugetan, speziell und vor allem online 😉
tom

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