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Wir sind die Süßen – Österreicher essen und kaufen zu süß

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Überhöhter Zuckerkonsum führt zu Übergewicht, Diabetes und Fettleber. Der aktuelle Diskurs über die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln und Getränken wird von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) sehr positiv gesehen. Aufklärung und die Unterstützung gesünderer Alternativen sind ein Auftrag für die gesamte Gesellschaft.

Süß allein genügt nicht

„Süß“ ist in unserer Sprache ein positives Wort mit vielen schönen Bedeutungen. Wenn es ums Essen und Trinken geht, müssen wir aber leider auf österreichisch von „picksüß“ sprechen. Zucker findet sich nicht nur im Würfelzucker sondern in fast allen Speisen und Getränken. Und dies in einem deutlich überhöhten Ausmaß und mit erschütternden Folgen: 50–60 % aller Österreicher sind übergewichtig. Dieser Anteil steigt jährlich! Unser Lebensstil macht uns krank. Zu energiereiche Ernährung ist mit mangelnder Bewegung einer der Hauptauslöser von Stoffwechselerkrankungen. Zucker ist pure Energie und wir nehmen viel zu viel Energie auf, die wir nicht verbrennen, da wir uns nicht genug bewegen.

Mit Zucker gesüßte Lebensmittel tragen durch ihre Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und ihrem gleichzeitig geringen Sättigungspotenzial zu Übergewicht und Insulinresistenz (einer Vorstufe des Typ 2 Diabetes) bei. ZB wurde in den letzten Jahren der starke Zusammenhang zwischen dem Konsum von sogenannten Softdrinks und der Entstehung von Übergewicht, Adipositas und Diabetes eingehend untersucht und bewiesen.

(c) Pixabay.com

Das „Picksüße“ ist uns nicht in die Wiege gelegt, sondern „antrainiert“.

Von Kindesbeinen an auf „Süßes“ konditioniert

Die Gewöhnung an zu viel Süßes ist speziell bei Kindern ein unterschätztes Thema. In der Zeit, in der sich der persönliche Geschmack bildet, werden Kinder mit Lebensmitteln konfrontiert, die mehr Zucker enthalten als ihnen gut tut und sie erwarten dann von jeder weiteren Nahrung und jedem weiteren Getränk die gleiche Zuckerüberdosis.

Eine aktuelle Studie von SIPCAN in Tirol hat ergeben, dass bereits 30 Prozent der 14-Jährigen übergewichtig oder sogar adipös sind.

Sozialer Status bestimmt das Ernährungsverhalten

In dieser SIPCAN Studie wurden auch die Ernährungsgewohnheiten der Jugendlichen erfragt. Und nach Geschlecht, bestehendem Migrationshintergrund und sozialem Status aufgeschlüsselt. Mädchen haben mit 62 Prozent deutlich öfter ein gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten als Burschen mit 43 Prozent. Energiereiche Ernährungsmuster, die Stoffwechselkrankheiten auslösen können, sind bei Kindern mit Migrationshintergrund mit fast 60 Prozent häufiger als bei Kindern ohne Migrationshintergrund. Die größte Abweichung zeigt sich aber beim Sozialen Status: Von den Jugendlichen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status haben nicht einmal 10 Prozent ein gesundheitsförderndes Ernährungsmuster, während mehr als die Hälfte ihrer Altersgenossen mit mittlerem und hohem sozioökonomischen Status gesund isst.

Leistbare, zuckerreduzierte Lebensmittel sind nötig

Eine der Konsequenzen daraus: Wenn Armut und Bildungsferne krank machen, besteht Handlungsbedarf. Neben Information über gesundheitsfördernde Ernährung ist auch der Zugang zu entsprechenden Lebensmitteln ein Thema. Jede Reduzierung des Zuckergehalts in Lebensmitteln ist demnach zu unterstützen. Schrittweise Reduzierungen haben den Vorteil, dass sich die Geschmacksnerven daran gewöhnen. Es darf dabei aber nicht nur um hippe Lifestyle-Lebensmittel gehen, denn die freie Wahl zwischen Zuckerbomben und zuckerreduzierten Produkten hat leider viel zu oft nur der, der sich auch die zuckerreduzierte Variante leisten kann.

(c) Pixabay.com

Fructose hemmt die Ausschüttung des Hormons Leptin, das wiederum für das Sättigungsgefühl verantwortlich ist.

Fructose ist NICHT gesünder

Lange Zeit galt Fructose als gesündere Form von Zucker, weil sie zu einer geringeren Insulinausschüttung führt. Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Die Kehrseite ist, dass Fructose gleichzeitig die Ausschüttung des Hormons Leptin hemmt. Leptin ist für unser Sättigungsgefühl verantwortlich. Dadurch essen wir von Nahrungsmitteln mit Fructose automatisch mehr, bis wir uns satt fühlen und nehmen damit natürlich auch mehr Fructose zu uns. Zu viel Fructose kann wiederum zu einer nichtalkoholischen Fettleber führen, weil sie zum größten Teil in der Leber abgebaut wird. Fructose ist also ganz und gar nicht gesünder.

Gesundheitliche Vorteile bringt nur die generelle Reduktion von Zucker.

(Bilder: Pixabay.com)

tom

tom

Seit "ewigen" Zeiten dem Schreiben zugetan, speziell und vor allem online 😉
tom

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