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    Home»Körper & Geist»11 Tipps, wie wir aus der „Isolation“ das Beste machen können
    Gezeichnete Häuser mit gezeichneten Personen darinnen als Symbol für häusliche Isolation. (c) Pixabay.com

    11 Tipps, wie wir aus der „Isolation“ das Beste machen können

    2. Apr. 20206 Mins Read

    Die aktuelle Situation bringt uns alle an unsere Belastungsgrenzen. Häusliche Isolation, Quarantäne, Social Distancing – die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus stellen viele vor große Herausforderungen. Nicht zuletzt deshalb, weil dieses angeordnete alleine Sein auch die psychische Gesundheit extrem stark belastet. Wir haben für sie ein paar Tipps zusammengestellt, die helfen, besser durch die Corona-Krise zu kommen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Für manche Erholung, für viele Belastung
    Tipp 1: Strukturierter Tagesablauf
    Tipp 2: Positive Haltung
    Tipp 3: Situation ansprechen und zuhören
    Tipp 4: Vermeiden sie ein Zuviel an Medienberichten
    Tipp 5: Soziale Kontakte digital aufrechterhalten
    Tipp 6: Bewegung
    Tipp 7: Gemeinsam kochen
    Tipp 8: Brettspiele und basteln
    Tipp 9: Hörspiele, Fernsehen, Computer
    Tipp 10: Langeweile darf sein
    Tipp 11: Trotz Isolation versuchen, die Krise als Chance zu sehen

    Für manche Erholung, für viele Belastung

    Geschlossene Schulen, versperrte Sportstätten, verriegelte Parks, keine offenen Restaurants oder Kaffeehäuser – und dazu noch die häusliche Isolation. Was sich für manche wie „Urlaub“ vom täglichen stressigen Alltag anfühlt, ist für andere eine große psychische Belastung. Oder anders gesagt: Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen soziale Kontakte. Unfreiwillige soziale Isolation kann sogar eine psychische Abwärtsspirale in Gang setzen, die in Depression, im schlimmsten Fall sogar in einem erhöhten Suizidrisiko münden kann.

    Aber nicht nur Menschen, die alleine sind, können sehr unter dem ständigen zu Hause Sein leiden, auch Familien mit Kindern geraten schnell an ihre sozialen Belastbarkeitsgrenzen. Mag. Regina Nicham, Psychologin und Leiterin des Fachbereiches Arbeitspsychologie bei Österreichs größtem betrieblichen Gesundheitsdienstleister IBG, nennt Tipps, wie Eltern und Kinder die außergewöhnlichen Umstände gemeinsam gut meistern können.

    Ganz wichtig dabei: Eltern müssen ihren Kindern erklären, dass sie zwar schulfrei haben, aber keine Ferien. Kinder und Jugendliche können also nicht ihren üblichen Hobbys und Beschäftigungen nachgehen, wie sie es sonst an schulfreien Tagen tun – sie müssen zu Hause bleiben und ihre Schulaufgaben erledigen. Viele Familien suchen daher nach Strategien, wie Familienleben und Schulfortschritt in den nächsten Wochen im Gleichgewicht gehalten werden können.

    Ein Mann sitzt auf dem Fensterbrett und schaut raus; draußen sieht man Coronaviren.(c) Pixabay.com
    Aktuell müssen wir in unseren eigenen vier Wänden bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Diese häusliche Isolation ist für alle eine große Herausforderung.

    Tipp 1: Strukturierter Tagesablauf

    Zeiten wie diese können enorm verunsichern, da braucht es vermehrt Vertrautes, Gewohnheiten und Rituale, um sich einigermaßen sicher fühlen zu können. Geplantes Handeln gibt das Gefühl, einer Situation nicht hilflos ausgeliefert zu sein und kann das Gefühl einer gewissen Kontrolle vermitteln.

    Versuchen sie daher, in dieser ungewöhnlichen Zeit für einen strukturierten, gewohnten Tagesablauf zu sorgen. Dazu gehören nach Möglichkeit feste Schlaf- und Essenszeiten, Zeit zum Lernen und Zeit zum Spielen. Dies gibt Kindern und Jugendlichen Halt. Erstellen sie diesen Plan gemeinsam mit ihren Kindern, das verhilft zu mehr Akzeptanz. Auch klar abgegrenzte Situationen sind hilfreich, in denen sich jedes Familienmitglied allein beschäftigen kann.

    Tipp 2: Positive Haltung

    Bewahren sie sich eine positive Grundhaltung. Kinder spüren, wenn sie unter Stress stehen und übernehmen diesen teilweise. Ruhe und Struktur vermittelt Kindern hingegen Sicherheit und Zuversicht. Sollten die Bemühungen nicht so fruchten wie erhofft, dann sehen sie vorübergehend vor großen Erziehungsmaßnahmen ab. Für ihr Kind ist die Situation auch neu und schwer zu verstehen. Motivieren sie ihr Kind zu gewünschtem Verhalten, indem sie es positiv verstärken.

    Tipp 3: Situation ansprechen und zuhören

    Sprechen sie die Situation dem Alter des Kindes entsprechend an und erklären sie die Hintergründe für die schulfreie Zeit. Hören sie geduldig zu, wenn ihnen ihr Kind seine Eindrücke der Situation schildert. Sagen sie offen, wenn sie etwas selbst nicht wissen. Gehen sie gemeinsam die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen für eine Ansteckung durch und erklären sie kindgerecht, warum dies wichtig ist. Hierzu gibt es bereits verschiedene Videos online, die sie dabei unterstützen können.

    Tipp 4: Vermeiden sie ein Zuviel an Medienberichten

    Schützen sie ihre Kinder vor einem Zuviel an Medienberichten über das Coronavirus. Das kann nämlich zu einer Aufmerksamkeitsverzerrung führen und im schlimmsten Fall beängstigend wirken.

    Tipp 5: Soziale Kontakte digital aufrechterhalten

    Ermöglichen sie ihrem Kind – wenn möglich über bildgebende Medien wie Video-Telefonie – mit den Großeltern, anderen Familienmitgliedern und Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Das Aufrechterhalten der sozialen Kontakte ist gerade auch in dieser Zeit sehr wichtig.

    Tipp 6: Bewegung

    Auch wenn momentan die Möglichkeiten sehr eingeschränkt sind und sie nicht ins Freie können, ermöglichen sie ihren Kindern sich zu bewegen. Bewegung baut Stress und überschüssige Energie ab. Versuchen sie verschiedene Bewegungsübungen mit ihrem Kind gemeinsam, graben sie die Springschnur wieder aus, spielen sie verstecken oder bedienen sie sich der Möglichkeiten moderner Technik [Wii, Playstation etc.]. Im Internet gibt es auch zahlreiche Videos für gemeinsame Übungen in den eigenen vier Wänden.

    Ein Schild auf einem Spielplatz: "Dieser Spielplatz ist bis auf Weiteres gesperrt!"(c) Pixabay.com
    Zur Zeit muss das tägliche Bewegungsprogramm für Kinder nach drinnen verlegt werden, da sämtliche Spielplätze bis auf Weiteres geschlossen sind.

    Tipp 7: Gemeinsam kochen

    Eine weitere Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, ist gemeinsam zu kochen und zu backen. Die Kinder sind beschäftigt und unterstützen sie außerdem bei dem ohnehin Notwendigen.

    Tipp 8: Brettspiele und basteln

    Greifen sie auf die vielleicht schon lange verstaubten Brettspiele zurück oder basteln sie gemeinsam. Haben sie keine Bastelbücher zu Hause, finden sie über das Internet heraus, wie sie mit einfachen Dingen, die sie zu Hause zur Verfügung haben, für Ablenkung sorgen können.

    Tipp 9: Hörspiele, Fernsehen, Computer

    Auch Hörspiele können Kinder stundenlang beschäftigen. Streaming-Anbieter wie „Spotify“ oder „Audible“ bieten ein großes Sortiment an tollen Kindergeschichten zum Hören. Der „Joker“ Bildschirm darf natürlich zum Einsatz kommen, um auch einmal ein bisschen Zeit für andere Dinge und für sich selbst zu gewinnen. Begrenzen sie allerdings mit ihrem Kind gemeinsam die „Bildschirm-Zeiten“ für Fernsehen, Handy oder Computer – denn zu lange sollten sie dann auch wieder nicht „davor“ sitzen.

    Tipp 10: Langeweile darf sein

    Zwischendurch darf aber auch mal Langeweile sein. Sie sind nämlich trotz allem nicht Eventmanager für ihre Kinder. Sie werden sehen, dass gerade Langeweile große Kreativität in ihren Kindern wecken kann. Denken sie daran, wie lange sich beispielsweise kleine Kinder mit einem Stock und einem Stein beschäftigen können…

    Tipp 11: Trotz Isolation versuchen, die Krise als Chance zu sehen

    Die aktuellen Umstände sind außergewöhnlich. Jede und jeder einzelne steht dabei unter großem psychologischen Druck. In dieser Situation hilft eine große Portion an Optimismus. Denn eines ist klar: die Situation wird sich wieder bessern und es wird wieder ein „danach“ geben.

    Wir alle sind gefordert, die derzeitige Situation auch als Chance zu sehen, wieder mehr zu uns selbst zu finden. Dabei kann es beispielsweise helfen, eine Liste mit Dingen zu erstellen, die einem Freude machen und guttun oder die man nach der Zeit der Quarantäne wieder angehen kann.

    Sollten sie trotz allem das Gefühl haben, nicht alleine mit der Situation zurecht zu kommen, finden sie HIER zahlreiche Hotlines, wo sie jederzeit anrufen und um Hilfe bitten können.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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