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So profitieren ältere Personen von automatisierten Fahrtechnologien

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Forscherinnen und Forscher des AIT Austrian Institute of Technology widmeten sich in eine aktuellen Studie den Möglichkeiten, Barrieren und Auswirkungen von automatisierter Fahrtechnologie und Mobilität aus der Sicht von älteren Personen. Analysiert wurden dabei die unterschiedlichen Anforderungen und die Akzeptanzfaktoren des altersgerechten automatisierten Fahrens. Dabei wurden die verschiedenen Rollen älterer Personen, etwa als Fahrerinnen und Fahrer, Passagierinnen und Passagiere oder als Fußgängerinnen und Fußgänger betrachtet, sowie die relevanten Kontextfaktoren systematisch untersucht.

Demografischer Wandel und technologischer Fortschritt – [k]ein Wiederspruch?

Der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft nimmt aufgrund des demografischen Wandels und aufgrund des medizinischen Fortschritts kontinuierlich zu. Klarer Weise erhöht sich dadurch auch ihre Teilnahme am Verkehr. Gleichzeitig werden sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten automatisierte Fahrtechnologien auf dem Markt etabliert haben.

Studien weisen darauf hin, dass besonders ältere Personen von automatisierten Fahrtechnologien und darauf aufbauenden Diensten profitieren könnten, sodass ihre Mobilität, Autonomie und Lebensqualität gestärkt werden. Allerdings fehlt bisher eine systematische Aufarbeitung der Möglichkeiten, Barrieren und Auswirkungen von automatisierter Mobilität aus Sicht von älteren Menschen in ihren verschiedenen Nutzungsrollen sowie den relevanten Kontextfaktoren.

Eine befahrene Straße in einer Stadt, an deren Rändern links und rechts Bäume stehen, Stichwort automatisierte Fahrtechnologie.
(c) Pixabay.com
In einigen Jahren werden auf dieser Straße wohl Autos «automatisch» fahren und die Insassen “nur” mehr Passagierinnen und Passagiere sein.

Ältere Personen sind offen für automatisierte Fahrtechnologie und Mobilität

Mit Hilfe einer qualitativen Akzeptanzanalyse wurden nun im Rahmen der Studie die Bedenken der älteren Personen erhoben sowie die Potenziale der altersgerechten automatisierten Mobilität untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Personen den größten Wert der Automatisierung in der Mobilität, unabhängig von der eigenen Fahrtüchtigkeit, sehen. Im hochautomatisierten Individualverkehr wird das eigene Auto zum Chauffeur, wodurch das Fahren mit sehr hohem Komfort und ohne die Notwendigkeit von Fahrtüchtigkeit erlaubt bzw. ermöglicht wird.

Ein weiterer Vorteil wird in der Entlastung und dadurch im “stressfreien Fahren” gesehen – allerdings nur dann, wenn es sich wirklich um eine [spürbare] Entlastung handelt. Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer befürchten nämlich, dass sie aufgrund der Komplexität schnell durch das neue System überfordert sein könnten. So könnte etwa ein Touchscreen bei Personen mit eingeschränkter Sehkraft oder eingeschränkten feinmotorischen Fähigkeiten zu einer Belastung werden.

“Die Kommunikation und technische Handhabung des Systems darf [daher]nicht zu einer Zusatzbelastung oder gar Überforderung führen. Ausgehend von unseren Ergebnissen sollten ältere Personen daher mit möglichst wenigen unvorhergesehenen Interventionen und Übernahmeanfragen des Fahrzeugs konfrontiert werden. Dies muss durch eine sorgfältige Gestaltung der Systeme und der Mensch-Maschine-Schnittstellen sichergestellt werden,” erklärt Projektleiter Peter Fröhlich vom Center for Technology Experience am AIT.

Bedenken bei der Kommunikation automatisierter Fahrzeuge mit dem Menschen

Die Akzeptanzanalyse mit zukünftigen Anwenderinnen und Anwendern und Expertinnen und Experten hat ein sehr vielschichtiges Bild zu den verschiedenen Motivationen und Erwartungen von älteren Personen gegenüber automatisierten Fahrtechnologien ergeben. So wurden zum Beispiel Themen wie Vertrauen, Interaktionsmöglichkeiten, Assistenz im Alltag und auch Datenschutz diskutiert.

Besondere Unsicherheit besteht unter älteren Menschen dabei im Hinblick auf ihre zukünftige Rolle als Fußgängerinnen und Fußgänger in einer Verkehrssituation mit automatisierten Fahrzeugen. “Hier empfiehlt es sich, Lösungsansätze gemeinsam mit älteren Personen und anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern mit speziellen Bedürfnissen, wie beispielsweise Kindern oder Radfahrerinnen und Radfahrern zu erarbeiten und die Ergebnisse in entsprechende Regulierungen einfließen zu lassen,” so Fröhlich. Das Ziel sollte dabei eine Standardisierung der Kommunikation automatisierter Fahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern sein.

Ein Concept-Car auf einer Autoshow.
(c) Pixabay.com
Praktisch alle Automobilhersteller arbeiten intensiv an den “Autos der Zukunft” – und vielleicht werden einige davon in ein paar Jahren so ausschauen.

Unterstützung im Alltag durch innovative Mobilitätslösungen

Weitergehende Lösungen im Mobilitätssystem, die über das automatisierte Fahrzeug hinausgehen, werden durch die Befragten als sehr interessant angesehen. Etwa die Möglichkeit der Übermittlung personalisierter Anforderungen an das bestelle Taxi oder den Bus [zum Beispiel Platz für einen Rollstuhl]. “Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops konnten sich vorstellen, einen auf die individuellen Bedürfnisse angepassten Shuttle-Service zu nutzen. Für solche Bereiche besteht auch eine gewisse Zahlungsbereitschaft,” berichtet Fröhlich.

Aber auch automatisierte Roboter-Trolleys, die zum Beispiel die Einkäufe des täglichen Bedarfs nach Hause bringen, bis hin zu Rollstühlen mit Notfallassistenten und Rollatoren mit intelligenten Navigationssystemen sind spannende Helfer für den Alltag.

Weitere Informationen zu der Studie

Für alle, die mehr über diese interessanten Zukunftsentwicklungen erfahren möchten, haben wir hier folgende Webseiten zusammengestellt:

Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie [BMK] finanziert und durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft [FFG] im Rahmen des Programms “benefit” beauftragt und ermöglicht.

(Bilder: Pixabay.com)

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