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Caritas: Pflege, Armutsbekämpfung, Stärkung der Freiwilligenarbeit

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Eine der großen Herausforderungen, die Österreich im Sozialbereich zu bewältigen hat, ist das Thema Pflege. Angesichts der 1,4 Millionen ÖsterreicherInnen, die entweder pflegebedürftig sind oder als Angehörige selbst Pflege leisten, sind ausreichend und leistbare Pflegeangebote flächendeckend notwendig. „Es ist positiv, dass die Bundesregierung das Thema Pflege auf der Arbeitsagenda hat und hier eine Reform anstrebt“, betont Caritas Präsident Michael Landau.

Pflegeberufe in Österreich stärken

„Rund 900.000 Österreicherinnen und Österreicher kümmern sich um die Pflege ihrer Eltern, Großeltern oder anderer Verwandten. Sie brauchen Unterstützung in Form von Entlastung und Beratung. Auch die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für pflegende Familienmitglieder muss gewährleistet werden“, so der Caritas Präsident.

Ausschnitt Augen/ Nase Portrait Caritas Präsident Michael Landau. (c) Caritas/ Michael Appelt
Michael Landau weiß, wovon er spricht. Durch die Unterstützung und Pflege von 4.680 SeniorInnen und 7.000 Menschen mit Behinderung hat die Caritas einen sehr guten Einblick in die aktuelle Pflege- und Betreuungssituation in Österreich.

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird auch in Österreich der Bedarf an Beschäftigten in Betreuungs- und Pflegeberufen weiter steigen. Um mehr Menschen für Pflegeberufe zu begeistern, sind Ausbildung und Arbeitsbedingungen entscheidend. Besonders wichtig sind hier die Durchlässigkeit im Ausbildungssystem sowie eine Anpassung der Ausbildungsplätze an den tatsächlichen Bedarf in der Pflege.

Schere zwischen Reich und Arm muss sich schließen

Die zweite große Herausforderung im Sozialbereich sieht Landau darin, die Armut in Österreich nicht größer werden zu lassen. „Jeder 7. Österreicher ist armutsgefährdet. Mehr als 200.000 Menschen frieren in kalten Wohnungen. Kühlschränke bleiben leer, Mieten steigen und Obdachlosigkeit ist nur die sichtbare Spitze dieses Eisberges“.

Bezüglich des Gesetzesentwurfs zur Reform der Mindestsicherung, der bis 10. Jänner in Begutachtung ist/ war, appelliert Landau an die Bundesregierung, die Kürzungen noch einmal zu überdenken. „Ziel muss schließlich sein, dass es den Menschen nach dieser Reform besser und nicht schlechter geht. Insbesondere, da Familien und Kinder besonders von diesen Kürzungen betroffen sind.“

Stärkung der Freiwilligenarbeit

In Österreich unterstützen rund 50.000 Menschen die Arbeit der Caritas mit ehrenamtlichem Engagement. In den Wärmestuben, bei der Essensausgabe, bei der Arbeitsmarktintegration von schutzberechtigten Jugendlichen oder beim Lernen mit Kindern in einem der 54 Caritas-Lerncafés – die Caritas ist eine der größten Freiwilligenorganisationen in Österreich.

Caritas Präsident Michael Landau im Gespräch an einem Tisch sitzend. (c) Caritas/ Michael Appelt
„Freiwillige Helferinnen und Helfer sind ein unverzichtbarer Bestandteil der gesamten Caritas-Arbeit und gleichzeitig eine wichtige Stütze für ein gutes Miteinander in Österreich“.

Die im Regierungsprogramm angedeuteten Schritte in Richtung Verbesserung der offiziellen Anerkennungsformen von Freiwilligenengagement werden von der Caritas begrüßt. „Wobei die Zielgruppe von Jugendlichen auf alle Menschen, die Freiwilligenarbeit leisten, erweitert werden soll und auch hierfür zeitlicher Rahmen und öffentliche Mittel geplant und benannt werden müssen“, so Landau.

Das braucht es für eine zukunftstaugliche Gesellschaft

Die öffentliche Hand erspart sich sehr viel Steuergeld, wenn gemeinnützige Hilfsorganisationen wie die Caritas oder das Rote Kreuz gemeinsam mit tausenden Freiwilligen Hilfe leisten. „Was es für eine zukunftstaugliche Gesellschaft braucht, sind Zusammenhalt und Zuversicht. Die Freiwilligen sind hier von größter Bedeutung“, so Landau.

Um ein gutes Miteinander aller Menschen in Österreich auch in Zukunft zu gewährleisten, brauche es darüber hinaus aber die notwendigen Rahmenbedingungen, damit Integration von Menschen, die neu in Österreich leben, gelingen kann. „Menschen, die ihr Leben hier in Österreich neu aufbauen wollen oder müssen, brauchen in erster Linie einen Zugang zu Arbeit und Bildung. Denn dadurch werden Selbständigkeit, der Kontakt mit der lokalen Bevölkerung und das Erlernen der Sprache gefördert – drei Faktoren, die unerlässlich sind für eine gelingende Integration“, betont der Caritas Präsident . „Wir tragen als Menschen Verantwortung für uns selbst, aber eben immer auch füreinander“.

(Bilder: Caritas/ Michael Appelt)

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