05.12. 2021 Besuchen Sie uns auch im Social Web:

Covid-19: Booster-Impfung nötig, wie bei vielen anderen auch

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Auch wenn Österreich wieder in einen Lockdown gehen muss angesichts der dramatisch steigenden Zahlen an Covid-19 Neuinfektionen ist eines unbestritten: Die Corona-Schutzimpfung wirkt, und zwar nachweislich. Geimpfte Personen sind besser vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt und leiden seltener an Spätfolgen, Stichwort Long-Covid. Um einen Langzeitschutz zu erreichen, braucht es allerdings eine weitere Dosis der Corona-Schutzimpfung – sozusagen eine Booster-Impfung –, wie bei vielen anderen Impfungen auch [beispielsweise wie bei der FSME-Impfung].

Damit schützen sie nicht nur sich selbst, sondern vor allem jene, die sich nicht impfen lassen können, wie zum Beispiel immungeschwächte Personen und Kinder, für die die Impfung noch nicht zugelassen ist.


Hören sie auf die Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums

Das Nationale Impfgremium [NIG] hat die Aufgabe, alle Impfempfehlungen für Österreich auf Basis des aktuellsten wissenschaftlichen Standes zu erstellen und laufend weiterzuentwickeln. Auch Empfehlungen für die Corona-Schutzimpfung werden durch diese Gruppe aus österreichischen Expertinnen und Experten unterschiedlicher medizinischer Fachbereiche ausgesprochen – persönlich, unabhängig und unentgeltlich. Das gewährleistet höchste Transparenz, Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit für alle von uns!

Während die Europäische Arzneimittel-Agentur [EMA] für die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in der EU zuständig ist, werden auf österreichischer Ebene die Empfehlungen des NIG entsprechend den vorliegenden Daten regelmäßig adaptiert und ergänzt.

Derzeit in der EU bzw. in Österreich zugelassene Covid-19-Impfstoffe

Aktuell gibt es in der Europäischen Union bzw. in Österreich vier zugelassene Covid-19-Impfstoffe:

Vektor-Impfstoffe

  • Vaxzevria von Astra Zeneca

  • Covid-19-Vaccine von Janssen von Janssen

mRNA-Impfstoffe

  • Comirnaty von BioNTech/ Pfizer

  • Spikevax von Moderna
Die Hände eines Arztes mit Handschuhen, der mit einer Spritze einen Impfstoff aufzieht, Stichwort Booster-Impfung.
(c) AdobeStock
Egal, ob Vektor oder mRNA-Impfstoff gegen Covid-19: #ImpfenSchützt!

Booster-Impfung gegen Covid-19

Die gegenüber der ursprünglichen Covid-19-Variante aggressivere Delta-Variante treibt die Zahl der Infizierten nach wie vor rasant in die Höhe – wenn man das Virus gewähren lässt. Wie man allerdings am Beispiel Israels sieht, kann die dritte Impfung gegen Corona die [aktuell] vierte Welle brechen. Expertinnen und Experten rufen daher vor allem alle geimpften Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe zur Booster-Impfung auf. Diese wurden auch “damals” als erste geimpft, was zur Folge hat, dass ihr Impfschutz derzeit zunehmend abnimmt.

Das NIG empfiehlt in diesem Sinn allen Personen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung – frühestens 6 Monate nach der 2. Impfung, spätestens aber nach 9 Monaten. Zu nah an der letzten Impfung sollte die Auffrischung nicht liegen. Denn es geht ja gerade darum, einen frischen Reiz zu setzen, während das Immunsytem wieder auf “Normalmodus” fährt.

Anmerkung: In Wien ist es möglich, sich bereits vier Monate nach dem zweiten Stich impfen zu lassen. Die Letztentscheidung über die Verabreichung der 3. Dosis obliegt in diesen Fällen immer dem Arzt/ der Ärztin.

Die Empfehlung des NIG richtet sich grundsätzlich an alle Menschen, insbesondere aber an

  • Bewohner und Personal von Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen

  • Personen ab 65 Jahren

  • Personen, die zwei Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs erhalten haben

  • Personen mit Vorerkrankungen und Risiken für einen schweren Verlauf von Covid-19

  • Personal im Gesundheitsbereich

  • Personal in der mobilen Pflege, Betreuung, Krankenpflege und 24-h-Pflege sowie pflegende Angehörige

  • Personal in pädagogischen Einrichtungen [Kinderbetreuung, Schule, Universität etc.]

Sonderfall Johnson & Johnson

Ein “Sonderfall” sind Personen, die ursprünglich mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden. Bei diesem Vakzin galt lange nur eine Dosis als ausreichend für den Immunschutz – als einzigem unter den in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen.

Doch nun vermelden Medizinerinnen und Mediziner bei den Johnson & Johnson-Geimpften besonders häufig Impfdurchbrüche. Wer also mit Johnson & Johnson geimpft wurde, ist aufgerufen, sich eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff [BionTech/ Pfizer oder Moderna] geben zu lassen. Den Impfstoff von Moderna empfiehlt das NIG allerdings nur für Personen über 30 Jahre.

Booster-Impfung ist auch für junge Gesunde sinnvoll

Bei jüngeren, gesunden Menschen steht neben dem Selbstschutz vor einer möglichen Infektion auch der Schutz von anderen im Vordergrund. Denn die Antikörper, die schnell die Viren abwehren, bevor sie sich im Körper ausbreiten, verschwinden nach und nach aus Blut und Gewebe, wie beispielsweise der Nasenschleimhaut.

Klar ist: Auch geimpfte und/ oder genesene Menschen können sich [erneut]anstecken und entsprechend das Virus weitergeben. Denn Sars-CoV-2 nistet sich über die Atemwege im Körper ein. Gibt es dort weniger Antikörper, kann sich das Virus dort vermehren und auch entsprechend weitergegeben werden. Die dritte Impfung bewirkt, dass sie nicht nur selbst NICHT schwer erkranken, sie sorgt auch dafür, dass die Menge der Antikörper in den Eintrittspforten des Virus, also Nase und Rachen, wieder steigt.

Für generell gesunde geimpfte Betroffene ist das zumeist ein kleineres Problem. Ihr durch die Impfung quasi bereits “vorbereitetes Immunsystem” ist schnell alarmiert, produziert neue Antikörper und eliminiert die Eindringlinge und ihre reproduzierten Nachfahren schnell. Doch um andere anzustecken, reicht die Zeit leider trotzdem. Darum hat das NIG neben über 65-Jährigen und Vorerkrankten Booster-Impfungen dringend angeraten – nicht zuletzt auch jenen, die mit besonders gefährdeten Menschen arbeiten, wie zum Beispiel in Pflegeheimen oder Krankenhäusern.

Ein älterer Mann, der eine Spritze bekommt.
(c) AdobeStock
Grundsätzlich sollten sich alle geimpften eine Booster-Impfung holen, allen voran ältere Personen ab 65+.

Booster-Impfung reduziert Ansteckung trotz Impfung

Letztlich gilt die Empfehlung, zu impfen und gegebenenfalls zu boostern, für alle von uns. Dass auch Menschen mit niedrigem Risiko sich erst impfen und später boostern lassen, schützt nicht nur sie selbst, es bremst letztlich die Ausbreitung des Virus.

Selbstschutz durch Impfung ist daher immer auch Schutz der Gesamtbevölkerung und damit insbesondere der Schutz von Vulnerablen, denen die Impfung nur mäßigen Schutz bietet. Über die gesamte Gesellschaft hinweg bedeutet das: Alle sollten eine Auffrischimpfung machen!

Das Immunsystem ist auf die Virus-Antigene schon nach der ersten Impfung vorbereitet. Experten erwarten daher entsprechend stärkere Impfreaktionen als nach der Gabe der ersten Dosis. Ob diese aber stärker ausfallen als nach der zweiten Impfdosis, ist bis jetzt nicht zu beantworten, da entsprechende Daten fehlen. Alarmierende Berichte gibt es aber auch nicht aus Ländern wie Israel, wo schon millionenfach geboostert wurde.

Wird ein jährliches Auffrischen notwendig sein?

Noch ist nicht klar, ob eine Booster-Impfung gegen Covid-19 in Zukunft regelmäßig erfolgen sollte [wie etwa bei der FSME-Impfung]und wenn ja, in welchem Abstand und für wen. Möglich ist auch, dass die dritte Dosis das Immungedächtnis so weit vertieft, dass der Schutz viele Jahre anhält – ähnlich wie nach einer dreimaligen Tollwutimpfung.

Ob die Impfung an neue Virusvarianten[wie etwa bei der Influenza-Impfung]angepasst werden muss, ist noch unklar. Derzeit wirken die gegen die ursprüngliche Variante von Covid-19 entwickelten Vakzine noch immer sehr gut auch gegen die viel aggressivere Delta-Variante – wenn auch nicht mehr mit der ursprünglichen Schlagkraft.

Allerdings verweisen Expertinnen und Experten darauf, dass es jenseits der stark gefährdeten Alten und Vorerkrankten wichtiger sei, die noch Ungeimpften zum Impfschutz zu bewegen. In Österreich sind das noch immer rund zwei Millionen Erwachsene. Sie stecken sich mit einer vielfach höheren Wahrscheinlichkeit an. Entsprechend häufiger verteilen ungeimpfte Infizierte das Virus – zumal sie auch noch über längere Zeit ansteckend bleiben als Geimpfte mit Impfdurchbrüchen.

Ungeimpfte Infizierte haben zudem um ein Vielfaches öfter mit schweren Verläufen zu kämpfen und sind daher öfter auf eine Intensivbehandlung angewiesen Das beeinträchtigt die medizinische Versorgung der gesamten Bevölkerung massiv.

Eine Spritze mit einem Tropfen Vakzin, der an der Nadel hängt.
(c) AdobeStock
#ImpfenSchützt

Service | Informationen

Im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung herrscht ein erhöhtes Informationsbedürfnis. Leider sind jedoch auch viele Falschinformationen und Verschwörungstheorien im Umlauf, die sich vor allem über die Sozialen Medien schnell verbreiten. Falschmeldungen über die Corona-Pandemie, Erkrankungsverläufe und das Virus an sich können verunsichern. Diese Unsicherheit führt dazu, dass die entsprechenden [Falsch-]Informationen weiterverbreitet werden. Um hier entgegenzuwirken und Aufklärung zu betreiben, finden sie hier eine Übersicht an fachlichen und verlässlichen Quellen:

#ImpfenSchützt

(Bilder: AdobeStock)

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