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Wann dürfen Enkelkinder endlich wieder Oma und Opa treffen?

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Was in den ersten Wochen dieses Jahres noch ganz selbstverständlich war, hat sich mit den ersten Cornavirus-Erkrankungen schlagartig geändert: der Besuch der Enkelkinder bei den Großeltern. Viele Familien leiden darunter, dass Oma und Opa aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen, Stichwort besonders gefährdete Personengruppe, ihre Enkelkinder nicht sehen können. Für Kinder ist diese Kontaktlosigkeit schwer verständlich, für Großeltern zermürbend.

Daher stellt sich die Frage: Sind Treffen mittlerweile [wieder] möglich? Wir geben die Antwort bzw. klären auf, was erlaubt ist, worauf sie achten und was sie immer noch besser lassen sollten.

Erlaubt, ja. Aber nur mit Hausverstand und Eigenverantwortung

Prinzipiell steigt für Menschen ab 50 Jahren laut Robert-Koch-Institut das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, stetig an. Mit dem Alter wächst zusätzlich auch die Wahrscheinlichkeit von diversen Vorerkrankungen. Der Kontakt zu den Enkel-/ Kindern ist deshalb riskant, weil diese besonders oft mit Coronaviren infiziert sein können, ohne selbst Symptome zu zeigen. Sie können die Viren quasi als „stille Überträger“ weitergeben. 

Dank der zum Teil sehr rigiden Maßnahmen der letzten Wochen und Monate konnte aber die Verbreitung des Coronavirus de facto aufgehalten werden. In diesem Sinn lautet die gute Nachricht: grundsätzlich sind im familiären Bereich wieder alle Besuche erlaubt bzw. gibt es keine rechtlichen Vorgaben, die eingehalten werden müssen. In diesem Sinn können [gesunde]Großeltern durchaus wieder Kontakt mit ihren Kindern und Enkelkindern haben.

Die Köpfe eines älteren, lächelnden Paares.
(c) Pixabay.com
Viele Großeltern können es kaum mehr erwarten, endlich ihre Enkelkinder wieder zu sehen.

Die Sache mit dem Impfstoff

Dennoch fragen sich viele: Ist ein Treffen der Enkelkinder mit den Großeltern wirklich eine gute Idee? Oder riskiert man damit eine Infektion mit dem Coronavirus?

Um diese Frage zu beantworten, kommen sozusagen der gesunde Hausverstand und eine gewisse Eigenverantwortung aller Beteiligten ins Spiel. Es kommt nämlich darauf an, wie im privaten familiären Umfeld achtsam miteinander umgegangen wird. Je länger und je näher die Kontaktnahme erfolgt, desto höher ist natürlich auch das Risiko einer Ansteckung. Oder anders gesagt: der Kontakt zwischen den Generationen bringt ein gewisses Risiko mit sich. Es muss daher jede/ jeder selbst abschätzen, welche Risiken eingegangen werden. Die Entscheidung, was getan bzw. unterlassen wird, liegt bei den Familienangehörigen.

Denn bei der Eindämmung der Pandemie steht jede/ jeder Einzelne in der Verantwortung. „Abstand halten“ ist nach wie vor das Wichtigste, und das Coronavirus ist nach wie vor „unter uns“. Daher muss man trotz aller Lockerungen der Maßnahmen festhalten, dass Großeltern ihre Enkel erst dann wieder völlig unbedenklich in die Arme nehmen können, wenn es einen Impfstoff gibt.

Worauf sie [trotzdem] achten sollten

Wie gesagt, Treffen im privaten Wohnbereich sind wieder möglich. Trotzdem ist es unbedingt nötig, sich vor allem an den Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern zu halten. Um ganz sicher zu gehen, sollten sie sich nach Möglichkeit im Freien treffen bzw. drinnen eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen und die Räume gut lüften.

Mittlerweile gilt es als gesichert, dass das Coronavirus nicht nur durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen direkt übertragen wird, sondern auch von sogenannten Aerosolen – das sind winzig kleine Tropfen, die länger in der Luft schweben können. Mit regelmäßigem Lüften kann die Gefahr einer Ansteckung verringert werden. Außerdem sollten sich alle vor und nach dem Besuch gründlich die Hände waschen und sich nicht berühren.

Eine Enkeltochter, die ihren Großvater umarmt, Stichwort Corona und Enkelkinder/ Großeltern.
(c) Pixabay.com
Trotz aller Lockerungen sollten Omas und Opas auf engen Körperkontakt mit ihren Enkelkindern wie Umarmungen [noch] verzichten.

Sie könnten, aber sie möchten [noch]nicht

Trotz aller Lockerungen ist der Kontakt zwischen Großeltern und Enkelkindern nach wie vor eine Gratwanderung. Viele fühlen sich einfach unwohl bei dem Gedanken, ihre Enkel-/ Kinder zu treffen. Nicht zuletzt deshalb, weil alle wieder in den Kindergarten und in die Schule gehen und sie nicht einschätzen können, mit wem sie aller Kontakt hatten.

Gleichzeitig wollen sie aber auch selbst ihre Enkel-/ Kinder wieder face-2-face sehen bzw. auch nicht ihre Familie nicht vor den Kopf stoßen, indem sie ein Treffen verbieten. Solche zwiespältigen Gefühle sind nicht unüblich und vollkommen ok. Jeder geht anders mit schwierigen Situationen um und braucht seine eigene Zeit, um in die Normalität zurückzukehren. Ratsam ist in dieser Situation ein offenes Gespräch, in dem Großeltern ihre Sorgen und Befürchtungen klar und konkret an- und aussprechen.

Die Lockerungen in Richtung gewohnter Normalität sind sozusagen eine Momentaufnahme der aktuellen Situation. Denn sollten sich die Zahlen wieder in eine negative Richtung entwickeln, muss man sich wieder zusammensetzen und eventuell Lockerungen wieder zurücknehmen – solange, bis es einen Impfstoff gibt.

Alle Informationen dazu finden sie auch auf der Seite des Gesundheitsministeriums.

(Bilder: Pixabay.com)

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