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Erste Hilfe rettet jedes Jahr tausenden Menschen in Ö das Leben

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„Bei der Erst-Versorgung eines Unfallopfers zählt buchstäblich jede Sekunde. Das ‚Gute‘ dabei: man kann nichts falsch machen. Nur gar nichts zu unternehmen ist auf jeden Fall falsch. Leider zögern immer noch viel zu viele Menschen, in einer Notsituation aktiv zu werden. Doch durch häufigeres Erste Hilfe-Leisten könnte allein in Österreich jedes Jahr zusätzlich 1.000 Menschen das Leben gerettet werden“, erklärt Reinhard Hundsmüller, Samariterbund-Bundesgeschäftsführer und Abg. zum NÖ Landtag, anlässlich des „Internationalen Tag der Ersten Hilfe“ [Anmerkung: dieser findet jedes Jahr am 12. September statt]. In diesem Sinn ermutigt Hundsmüller alle Österreicherinnen und Österreicher, ihr Wissen rund um die Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzufrischen.

Erste Hilfe Kurse vermitteln Wissen und geben Sicherheit

Erste Hilfe Kurse sorgen für das Wissen und die Selbstsicherheit, um in einer kritischen Situation schnell – und vor allem auch richtig – agieren zu können. Dazu gehören das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung der Unfallstelle und schließlich die Betreuung der Verletzten.

Was dabei aber kaum jemand weiß: Erste Hilfe zu leisten ist in Österreich Gesetz. Oder anders formuliert: Wenn man im Fall eines Unglücksfalls keine Erste Hilfe leistet, macht man sich einer unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Und diese kann mit Geld- und sogar mit Haftstrafen geahndet werden.

„Die Ersthelferinnen und Ersthelfer, zumeist Laien, die zufällig am Unfallort sind, haben die besten Chancen, schnell zu helfen. Ihr Eingreifen rettet sehr oft Menschenleben“, so Hundsmüller.

Zwei Holzfiguren, die eine Herzmassage darstellen, Stichwort Erste Hilfe.
(c) Pixabay.com
Da bei medizinischen Notfällen zumeist Laien als erste vor Ort sind, ist es umso wichtiger, dass jede und jeder von uns weiß, was im Fall des Notfalles zu tun ist!

Wiederbelebung in Zeiten des Coronavirus

Das Coronavirus hat leider unter anderem auch dazu geführt, dass bei Herzstillstand ein Rückgang der Hilfsbereitschaft beobachtet werden konnte. Aus Angst vor einer Virus-Infektion schrecken Zeugen eines Herzstillstands derzeit eher davor zurück, die lebensrettende Herzdruckmassage durchzuführen – das melden Notfallmedizinerinnen und -mediziner aus ganz Europa.

Das „International Liaison Committee on Resuscitation“ [ILCOR] hat aus diesem Grund Maßnahmen für Laienhelfer präsentiert, mit denen sich das Ansteckungsrisiko minimieren lässt. Die Basis dafür sind die bekannten vier Schritte der Wiederbelebung:

  • Prüfen
    Dabei soll ein Mensch mit Verdacht auf Herz-Kreislaufstillstand nicht [wie bisher]an den Schultern bewegt, sondern nur noch laut angesprochen werden. Die Atmung wird dann in weiterer Folge nicht geprüft, indem die Helferin/ der Helfer ihr/ sein Ohr unmittelbar an Mund und Nase des Patienten hält. Man soll vielmehr im Stehen prüfen, ob sich der Brustkorb des Patienten atemsynchron bewegt.

  • Rufen
    Reagiert die Person auf Ansprache nicht und bewegt sich der Brustkorb nicht atmungs-typisch, muss sofort Hilfe über den Notruf 144 bzw. über die internationale Notrufnummer 112 angefordert werden.

  • Drücken
    Ersthelfer sollen anschließend die Herzdruckmassage vornehmen, bis die Rettung oder ein Arzt/ Ärztin eintrifft. Eine Gesichtsmaske bietet dabei einen gewissen Schutz, ebenso das Auflegen eines leichten Tuches über Mund und Nase des Patienten. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung wird derzeit nicht empfohlen.

  • Schocken
    Befindet sich in der Nähe des Unfallortes ein Defibrillator, sollte ein zweiter Helfer diesen holen. Mittels eindeutiger Sprachanweisungen führt der „Defi“ durch die Anwendung und stellt fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. Dazu müssen lediglich zwei Elektroden auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufgeklebt werden. Falsch machen kann man dabei gar nichts – ein gesundes Herz ist durch einen „Defi“ nicht aus dem Takt zu bringen.
Ein Defibrillator an einer Wand.
(c) Pixabay.com
Ein Defibrillator ist einfach zu bedienen und kann Leben retten.

Viele Menschenleben könn[t]en gerettet werden

„Der plötzliche Herztod fordert in Österreich jährlich mehr als 12.000 Menschenleben„, sagt Prof. Harry Kopietz, Landtagspräsident.aD., Samariterbund-Bundesvorstandsmitglied und Präsident von PULS.at. „Viel zu viele Betroffene, die außerhalb einer medizinischen Einrichtung einen Herzstillstand erleiden, versterben oder tragen irreparable Schäden davon. Der Samariterbund unterstützt mit seinen Erste Hilfe Kursen die Kultur des Hingreifens und Helfens. Dadurch können viele Menschen in Österreich einen plötzlichen Herzstillstand überleben.“

Die Palette der angebotenen Kurse ist eine sehr breite. Diese reicht von Erste Hilfe Grundkursen über Erste Hilfe Wiederholungskurse, Führerscheinkurse und Kurse speziell für Notfälle im Kindesalter bis hin zu speziellen Kursen für den Rettungsdienst [Rettungs- und/ oder NotfallsanitäterIn].

(Bilder: Pixabay.com)

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