22.09. 2021 Besuchen Sie uns auch im Social Web:

Gemeinsam gegen die Einsamkeit: Online-Angebote für SeniorInnen

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Viele ältere Menschen kämpften schon vor Corona mit sozialer Isolation und Einsamkeit. In der Corona-Pandemie haben besonders Seniorinnen und Senioren noch weniger soziale Kontakte und können ihre Sorgen und Ängste mit niemandem teilen. Oft verlassen sie auch ihr Haus seltener und bewegen sich dadurch zwangsläufig weniger – was wiederum die Einsamkeit verstärkt.

“Gerade in dieser schweren und herausfordernden Zeit wollen wir weiter für Seniorinnen und Senioren da sein – und wenn es gerade nicht anders geht, dann eben online“, sagt Bernd Wachter, Bundesgeschäftsführer im Forum Katholischer Erwachsenenbildung. “Neue digitale Bildungsangebote bringen Lebensfreude und geben Halt in der Krise.”


Seniorinnen und Senioren plaudern in WhatsApp-Gruppen

Allein die Katholische Erwachsenenbildung musste wegen Corona in den letzten zwölf Monaten mehr als 10.000 Veranstaltungen verschieben, absagen oder in digitale Formate umwandeln. Davon betroffen waren österreichweit über 200.000 Frauen und Männer, die sich zuvor regelmäßig getroffen haben. Die 74-jährige Greti Z. war beispielsweise eine davon: “Ich bin viel allein, und dank unserer Trainingsgruppe bin ich immer aus meinen vier Wänden herausgekommen. Ich habe dort viele schöne Freundschaften gefunden. Wegen Corona gibt es aber jetzt leider keine Treffen”, erzählt Frau Z. “Aber unsere Leiterin hat eine WhatsApp-Gruppe erstellt, damit wir trotzdem – zumindest über das Handy – miteinander in Kontakt bleiben. Und wegen Corona bringt sie mir die Übungsblätter derzeit sogar nach Hause.”

Die Hände eines Mannes beim Verwenden von WhatsApp auf seinem Smartphone, Stichwort Einsamkeit.
(c) Pixabay.com
In Zeiten der Corona-Pandemie bieten Programme wie zum Beispiel WhatsApp gute Möglichkeiten, der Einsamkeit zumindest virtuell ein wenig zu entfliehen und mit seinen Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben – auch via Videocall.

Online-Treffs und Trainings für Körper, Geist und Seele

Regelmäßige Gruppen-Treffen sind das Herzstück der österreichweiten Bildungsangebote für Seniorinnen und Senioren. Sie ermöglichen soziale Anteilnahme, bringen Struktur in den Tagesablauf und fördern die kognitiven Fähigkeiten. Leider mussten diese aber aufgrund der Pandemie in ihrer bisher gewohnten Form eingestellt werden. “Das trifft gerade alleinstehende Seniorinnen und Senioren besonders hart“, sagt Maria Hofstadler, Leiterin der Vernetzungsgruppe Katholischer Senior*innenbildung Österreich. “Schon zu Beginn des ersten Lockdowns war klar: Wir müssen neue Wege finden, die Menschen auch weiterhin zu begleiten. So sind Initiativen wie Telefonketten, WhatsApp-Gruppen, postalische Versorgung mit Übungsblättern, Mitmachvideos auf YouTube und Facebook entstanden.”

In Zeiten von Abstandhalten und Ausgangsbeschränkungen bieten Organisationen der Katholischen Senior*innenbildung jetzt verstärkt Online-Angebote an. “Regelmäßige Online-Gespräche laden ein zum Plaudern, Online-Trainingsgruppen fördern die geistige und körperliche Fitness und schaffen trotz Distanz ein Gefühl von Gemeinschaft und nicht von Einsamkeit”, so Hofstadler.

Übungsblätter für daheim

Körper und Geist in Bewegung zu halten ist besonders in den Zeiten der Corona-Krise wichtig. “LIMA – Lebensqualität im Alter” des Katholischen Bildungswerks, bietet zum Beispiel “Bleiben Sie fit”-Übungsblätter zum Download. Rätsel, um geistig fit zu bleiben, gibt es beim Bildungswerk in Kärnten. Übungsblätter für die Zeit zu Hause bietet auch “SelbA – Selbständig & Aktiv”. Auf der Webseite kann zum Beispiel ein Bewegungs-ABC oder ein etwas anderes Stadt-Land-Fluss heruntergeladen werden. Um auch Seniorinnen und Senioren ohne Internetzugang zu erreichen, werden Übungsblätter auch gerne per Post verschickt. Und: die Gruppen-Leiterinnen und -Leiter bringen als besonderes Service diverse Unterlagen sogar persönlich zu den Seniorinnen und Senioren nach Hause – es wird sozusagen alles unterommen, um etwaige Einsamkeit erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Einsamkeit – Sehnsucht nach “echten” Treffen

“Auch aus der Senior*innenbildung sind Online-Angebote nicht mehr weg zu denken. Sie sind eine gute Alternative zu Präsenztreffen gegen Einsamkeit. Ein Ersatz für ‘echte’ Treffen sind sie aber trotz allem nicht. Die Sehnsucht nach Treffen in Präsenzform ist bei allen groß”, so Hofstadler. Auch Frau Z. sehnt sich nach Treffen ihrer Trainingsgruppe: “Ich hoffe, dass Corona bald vorbei ist und ich freu mich auf das Wiedersehen mit den Anderen!”

Drei Freundinnen, die sich wiedersehen und gemeinsam lachen.
(c) Pixabay.com
Wir alle sehnen uns danach, unsere Freundinnen und Freunde endlich wieder ohne Bedenken jederzeit wieder treffen zu können.

Hier finden Senior*innen eine Auswahl an digitalen Angeboten

Hintergrund Katholische Senior*innenbildung

Die Katholische Senior*innenbildung widmet sich den folgenden Themen: Bewusste und selbstbestimmte Lebensgestaltung, lebenslange bzw. lebensbegleitende Bildung, Lebensqualität im Alter und intergenerationelles Lernen.

Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich vernetzt siebzig Erwachsenenbildungsorganisationen in kirchlicher Trägerschaft. Mit über 700.000 Besucherinnen und Besuchern ist das Forum Katholischer Erwachsenenbildung einer der größten Verbände in Österreich.

(Bilder: Pixabay.com)

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