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Hitze – so reagiert unser Körper auf die extremen Temperaturen

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Im Winter ist es kalt, im Sommer ist es heiß. „Dazwischen“ mal wärmer, mal kühler. Aber egal, wie das Wetter ist: unser Körper muss mit allen Temperaturen zu Recht kommen. In diesem Sinn ist vor allem die sommerliche Hitze nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn im schlimmsten Fall kann diese sogar lebensgefährlich sein. Lesen sie hier, wie unser Körper mit extremer Hitze umgeht, ab wann bei ihnen die „Alarmglocken“ läuten sollten, und wie sie am besten durch die heißeste Zeit des Jahres kommen.

Die Hitze des Sommers macht matt

Nicht zuletzt auf Grund des – nicht zu leugnenden – Klimawandels nimmt die Zahl der extrem heißen Sommertage Jahr für Jahr zu. Mittlerweile ist die andauernde, in unseren Breiten ungewohnte Hitze die Hauptursache für notfallmäßige Krankenhauseinweisungen in den Sommermonaten.

Hitze ist für unseren Organismus eine enorme Belastung. Vor allem bei älteren Menschen, aber auch Kindern oder Kranken spielt der Kreislauf bei Temperaturen jenseits der 30 Grad oft nicht mehr mit.

Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Sonnenstiche, Hitzeschläge oder Kreislaufzusammenbrüche sind die häufigsten Folgen. Wer das auf die leichte Schulter nimmt, stürzt und begibt sich – werden die Symptome ignoriert – sogar in Lebensgefahr.

In der Hitze des Sommers sind Schattenplätze heiß begehrt. (c) Pixabay.com
In der Hitze des Sommers sind Schattenplätze nicht nur heiß begehrt, sondern auch ein wichtiger Schutz für unsere Gesundheit, Stichwort Hitzekollaps.

Unser Körper funktioniert wie ein Thermostat

Der Mensch ist ein Warmblüter, der seine Körpertemperatur konstant auf ungefähr 37 Grad halten muss. Überschüssige Wärme, die zB bei der Verdauung oder bei der Tätigkeit der inneren Organe entsteht, führt der Körper deswegen nach außen ab. Das ist überlebenswichtig und fällt natürlich leichter, wenn´s draußen nicht (ganz) so heiß ist. Denn eine Körpertemperatur ab 42 Grad ist tödlich. 

In der Haut, der Wirbelsäule und im Gehirn befinden sich wärmeempfindliche Nervenzellen, mit deren Hilfe wir Temperatur wahrnehmen – ähnlich einem Thermostat einer Heizung. Wenn wir so „merken“, dass der Temperatur-Grenzwert überschritten ist, wird unser Kreislauf in Gang gesetzt: die Blutgefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt, weil die gleiche Menge Blut in den erweiterten Gefäßen nun mehr Platz hat. Gleichzeitig wird die Schweißproduktion angekurbelt, um unseren Körper zu kühlen.

Gefahren auf Grund der Hitze

Menschen, die ohnehin schon einen niedrigen Blutdruck haben, belastet große Hitze daher noch stärker als Menschen mit normalem Blutdruck.

Wenn sich auf Grund der sommerlichen Temperaturen die Gefäße so stark erweitern und der Blutdruck so stark verringert, dass das Herz nicht mehr genug Blut bekommt, um es weiter zu pumpen, wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folge ist ein Hitzekollaps, bei dem man das Bewusstsein verliert.

Aber auch starkes Schwitzen kann an besonders heißen Tagen genauso gefährlich für die Gesundheit werden, wie der niedrige Blutdruck. Grund dafür ist der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust. Je mehr Mineralstoffe wir über´s Schwitzen verlieren, desto größer wird die Gefahr, dass unsere Muskeln beginnen zu schmerzen und zu verkrampfen.

Treten diese Anzeichen auf, muss sofort gegengesteuert werden – am besten mit isotonischen Getränken oder einer stark gewürzten Suppe. Ignoriert man diese ersten Symptome, kommen in weiterer Folge Kopfweh, Schwindel und Übelkeit dazu. Diese Hitzeerschöpfung führt letztlich zum Hitzekollaps – der im schlimmsten Fall auch lebensbedrohlich werden kann.

Daher: wenn sie Anzeichen einer Hitzeerschöpfung spüren, sollten sie unbedingt sofort(!) einen schattigen Platz aufsuchen, ihre Beine hochlegen, viel trinken, ev. ein kühlendes Tuch auf den Kopf oder in den Nacken legen und – wenn geht – Elektrolyte zu sich nehmen.

Füße, die in einen Pool hängen. (c) Pixabay.com
Wenn die Temperaturen auf jenseits der 30 Grad steigen, ist jede Abkühlung willkommen.

So kommen sie gut durch die heißen Tage

Im Grunde wissen wir alle selbst am besten, ob und wie wir die Hitze des Sommers vertragen. Trotzdem gilt der Grundsatz für alle: an heißen Tagen sollten sie sich so wenig wie möglich der Hitze aussetzen. Das beginnt bei luftiger Kleidung aus Naturfasern, Sonnenhut und –brille und Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor für die Haut und endet sozusagen bei so wenig Bewegung und körperlicher Belastung in der prallen Sonne wie möglich.

Am Einfachsten entgehen sie der Hitze, indem sie sich in kühlen Räumen oder im Schatten aufhalten. Zu Hause hilft es auch, feuchte Wäsche oder Handtücher aufzuhängen. Diese entzieht nämlich dem Raum Wärme und kühlt diesen ein wenig ab. Lüften sollten sie nur in der Früh und am Abend. Unter Tag sollten sie die Räume so gut wie möglich abdunkeln.

Kalte Fuß- und Unterarmbäder kühlen das nahe unter der Haut zirkulierende Blut ab und helfen so, den Blutdruck zu steigern.

Je nach Aktivität sollten sie zwei bis vier Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, am besten stilles Wasser oder Mineralwasser. Vor allem ältere Menschen nehmen häufig zu wenig Flüssigkeit zu sich. Stellen sie daher Getränke sichtbar hin, damit sie erst gar nicht „vergessen“ können.

Zum Salzausgleich bei starkem Schwitzen eignen sich lauwarme Gemüse-, Hühner- oder Rinderbrühe.

Für alle, die sich auch im Hochsommer sportlich betätigen, sei empfohlen: verlegen sie ihren Sport auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Und schalten sie den einen oder anderen Gang herunter 🙂

Außerdem sollten sie in der Sommerhitze auf Alkohol, Zigaretten, Kaffee und Tee so gut wie möglich verzichten. Denn diese Substanzen verstärken durch Entwässerung den Effekt der Hitze und führen zu einer zusätzlichen Erweiterung der Gefäße.

Um trotz Hitze gut schlafen zu können, sollten sie sich nur mit einem Leintuch oder Bettüberzug zudecken. Denn wenn sie ganz ohne Decke schlafen, riskieren sie eine Erkältung. Dasselbe gilt übrigens für zu viel Zugluft durch ein sperrangelweit geöffnetes Fenster.

(Bilder: Pixabay.com)

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