31.10. 2020 Besuchen Sie uns auch im Social Web:

Internet-Banking: „Sein und Schein“ – Billiger, aber nicht ganz gratis!

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Wer sein Konto online nutzt, spart sich rund 30 Euro Spesen pro Jahr im Vergleich zu Transaktionen, die in der Filiale erledigt werden. Aber Achtung, denn ganz kostenlos ist Internet-Banking deswegen trotzdem nicht – einige Banken verrechnen Spesen, etwa für TAN oder Kontoauszüge. Das zeigt ein aktueller Preismonitor für Internet-Banking der Arbeiterkammer [AK] am Girokonto bei neun heimischen Banken.

Beinahe zwei Drittel nutzen Internet-Banking

63 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher erledigen ihre Bankgeschäfte online. Die Vorteile liegen auf der Hand: praktisch, spart den Weg zur Bankfiliale, keine Wartezeiten, 24 Stunden sieben Tage die Woche „geöffnet“, alle Kontobewegungen per Mausklick im Blick. Und die Corona-Krise hat dem Internet-Banking nochmals einen Schub gegeben. Denn aufgrund der Ausgangsbeschränkung wurden Kundinnen und Kunden angehalten, ihre Bankgeschäfte online zu erledigen.

„Aber Vorsicht, es gibt immer gefinkeltere Phishing-Attacken – also den Datenklau im Internet mit anschließendem Plündern des Kontos“, sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. „Cyberkriminalität nimmt zu, das zeigen auch die Statistiken des österreichischen Bundeskriminalamtes.“ Statistiken zufolge gibt es weltweit mittlerweile über 50.000 Phishing-Websites.

Ein 3D @-Zeichen an einem Angelhaken.
(c) Pixabay.com
Pishing eMails bzw. Webseiten haben ausschließlich ein Ziel: nämlich an ihre Zugangsdaten zu kommen und diese dann in weiterer Folge betrügerisch zu verwenden.

Internet-Banking vs. Bankfiliale: was ist «wirklich» günstiger?

Die AK wollte wissen, ob Internet-Banking wirklich Spesenvorteile im Vergleich zu traditionellen Bank-Nutzerinnen und -Nutzern bringt. Sie hat die Spesen beim Internet-Banking von neun heimischen Banken geprüft, die bei elektronischen oder sonstigen online erledigten Transaktionen anfallen.

Der AK Preismonitor zeigt: Ein reiner „Online-Nutzer“ – also jemand, der alle seine Bankgeschäfte online erledigt – kann sich im Vergleich zu einem „Normalnutzer“ mit Transaktionen in der Bankfiliale rund 30 Euro im Jahr sparen. Die jährlichen Kontokosten des Online-Nutzers sind somit um 26 Prozent günstiger als jene des Normalnutzers. Mit Spesen müssen Konsumentinnen und Konsumenten dennoch rechnen, denn die elektronische Abwicklung der Bankgeschäfte ist nur bei einigen Banken gänzlich kostenlos. Einige Beispiele:

  • Fünf Banken [Bank Austria, Erste, HYPO NOE, RLB NÖ-Wien, WSK] von neun verrechnen bei bestimmten Kontoprodukten Spesen bis zu 32 Cent für online beauftragte Überweisungsaufträge.

  • Die Freigabe einer Überweisung mittels Transaktionsnummer [TAN] ist auch nicht immer kostenlos: Fürs Versenden eines TANs per SMS verlangen zwei Institute [RLB NÖ-Wien, HYPO NOE] jeweils zehn Cent pro TAN. Bei Raiffeisen sind zehn TAN pro Monat inkludiert.

  • Die HYPO NOE veranschlagt – als einziges Institut – ab dem 13. Online-Kontoauszug zehn Cent pro Jahr.

  • Die easybank kann auf die Filialen der BAWAG P.S.K. zurückgreifen. Das kann teuer werden: Eine Barauszahlung kostet bei der easybank bis zu 3,90 Euro, wenn diese am Schalter einer BAWAG P.S.K. Filiale erfolgt.

  • Die Online-Änderung eines Dauerauftrages ist bei den neun untersuchten Banken immer kostenlos – bei dieser Position ergeben sich echte Kostenvorteile gegenüber einer Änderung oder Schließung, die in der Filiale durchgeführt wird [bis zu 3,90 Euro].
Ein offener Laptop mit der Einstiegsseite zum Internet-Banking.
(c) Pixabay.com
Das Internet-Banking hat durchaus seine Vorteile, allerdings gilt es zum einen ein paar Punkte zu beachten. Und zum anderen ist nicht immer alles kostenlos.

Internet-Banking bringt Ersparnisse

Unterm Strich kann man also sagen: beim Internet-Banking sind auf jeden Fall Ersparnisse drinnen, aber es ist dennoch nicht immer ganz kostenlos. Die AK gibt daher ein paar wertvolle Tipps, worauf sie beim Internet-Banking achten sollten, um nicht etwaige „versteckte“ Kosten zu übersehen.

Internet-Banking – das sollten sie wissen:

  • Eigenes Nutzungsverhalten prüfen
    Achten sie auf ihr eigenes Nutzungsverhalten beim Girokonto: Wie häufig nutzen sie ihr Konto? Welche und wie viele Transaktionen führen sie durchschnittlich pro Monat durch? Entsprechend können sie die Angebote der Banken und dabei vor allem die inkludierten kostenlosen Transaktionen miteinander vergleichen.

  • Abwägen, was wichtig ist
    Überlegen sie, was für sie rund ums Konto wichtig ist. Internet-Banking ist praktisch, aber bei reinen Direktbanken [solche, die nur im Internet tätig sind] fällt die persönliche Betreuung und Beratung in der Filiale zumeist weg. Die Auswahl hängt somit nicht nur von etwaigen Kosten, sondern auch von persönlichen Präferenzen ab – das betrifft vor allem den Wunsch nach persönlicher Beratung. Bei reinen Direktbanken gibt es „nur“ Telefon-Hotlines zur Kundenbetreuung.

  • Nicht alles ist gratis
    Nicht alle Transaktionen im Internet-Banking sind kostenlos. Erkundigen sie sich bei ihrer Bank explizit und genau nach etwaigen Spesen!

  • Achtung Datenklau!
    Achten sie auf betrügerische eMails und/ oder Textnachrichten per SMS und/ oder Telefonanrufe. Banken versenden NIE Nachrichten an sie, in denen sie zum Beispiel aufgefordert werden, auf einer fremden Website eine Sicherheits-App zu installieren. Solche Nachrichten kommen immer von Kriminellen.

  • Sicherheit geht vor
    Achten sie darauf, dass auf ihrem Gerät, mit dem sie ihre Internet-Banking Geschäfte durchführen, stets die aktuelle Version des Betriebssystems und des Browsers verwendet wird. Außerdem sollten sie immer die aktuelle Version eines Virenscanners und einer Firewall installiert haben.

  • Kleinigkeiten mit großer Wirkung
    Rufen sie die Website ihrer Bank immer durch bewusstes Eintippen der Internetadresse in ihrem Browser auf. So verhindern sie, dass sie irrtümlich gefälschten Links folgen. Kontrollieren sie auch, ob das Sicherheitsschloss im Browser [links neben der Url; zeigt an, dass es sich um eine sichere Website handelt]geschlossen ist. Und vermeiden sie es, fremde oder öffentliche WLAN-Netze für ihre Internet-Banking Aktivitäten zu nutzen.
    Außerdem sollten sie ihre persönlichen Zugangsdaten [Konto- und Verfügernummer, PIN, TAN, Benutzername, Passwort usw.] geheim halten und sich mittels Logout-Button nach ihren Bankgeschäften immer abmelden.

Service

Der AK Bankenrechner hilft ihnen dabei, einfach und schnell zu einem für ihre Zwecke geeignete und günstigsten Girokonto zu kommen. Der seit 2004 bestehende AK-Bankenrechner wurde im Verbraucherzahlungskonto-Gesetz [VZKG] als einzige österreichische Vergleichswebsite für Girokonten festgelegt.

Im Kontovergleich sind einzelne Spesen, Preise für Kreditkarten und Service-Elemente der Banken rund ums Konto angeführt. Beim Bankenrechner für den Girokonto-Vergleich sind sowohl große als auch zahlreiche kleinere österreichische Banken mit dabei. Allerdings ist es kein vollständiger Marktüberblick aller Banken in Österreich. Über alle Banken, die am Vergleich des Bankenrechners teilnehmen, sind umfangreiche Unternehmensinformationen abrufbar.

(Bilder: Pixabay.com)

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