Besuchen Sie uns auch im Social Web:

Lookout – mehr Unabhängigkeit für Blinde und Sehbehinderte

0

Lookout – so heißt eine neue App, die vor kurzem von Google vorgestellt worden ist. Ziel der App ist es, das Leben von Blinden und sehbehinderten Menschen mit Hilfe der modernen digitalen Technik zu erleichtern. Lookout gibt diesen Menschen nämlich einen „Ausblick“, was ihrem Handy vor die Linse kommt. Außerdem erkennt die App, die noch in diesem Jahr im Google Play Store (Googles Marktplatz für Apps, Musik, etc.) erhältlich sein wird, Texte und liest diese vor – das soll Blinde im selbstbestimmten Alltag unterstützen.

Das kann die App

Grundsätzlich nutz Lookout Bild- und Texterkennung, um Objekte und/ oder Text in der unmittelbaren Umgebung des Users zu erkennen und ihm in Echtzeit anzusagen. Dabei wird auch die Richtung angegeben, beispielsweise „Wasserglas auf 3 Uhr“. Dabei trägt man sein Smartphone zB um den Hals oder lässt es aus einer Brusttasche etwas raus schauen. Wichtig ist, dass die Kamera vom Körper weg zeigt. Die App erfasst dann – je nach Modus mit unterschiedlichem Fokus – die Umgebung, die sie dann als Audio-Information dem User mitteilt. 

Das kann beispielsweise ein Hinweisschild oder ein Wegweiser sein, oder ein Kochrezept, dass vorgelesen wird. Aber auch der Hinweis auf ein Hindernis, zB ein Stuhl oder eine Person, die im Weg ist. Im Vordergrund steht die Einfachheit der Benutzung, damit sich die User auf ihre eigentliche Aktivität konzentrieren können.

 

 

Lookout-Modus Home, Work & Play, Scan und Experimental

Damit die App besser „versteht“, welche Dinge in der Umgebung für den User gerade „wichtig“ sind, kann man zwischen vier Betriebsmodi wählen: Home, Work & Play, Scan und Experimental.

Beim Modus Scan steht die Texterkennung im Vordergrund. Bei Work & Play konzentriert sich Lookout darauf, die dafür erforderlichen Gegenstände auszusprechen. Bei Zuhause liegt das Augenmerk auf Hausarbeit. ZB kann es einem Blinden helfen, beim Kochen verschiedene Zutaten anhand der Verpackung erkennen zu lassen. Im experimentellen Modus werden erkannte Formen ausgewählt, die in den anderen Modi weniger Beachtung finden würden, zB das Foto einer Raubkatze in einem Bildband.

Dank Machine Learning will Google die App permanent verbessern, um herauszufinden, zu welchen Objekten sich Blinde Hinweise wünschen bzw. in welcher Frequenz Hinweise angemessen sind. Wofür Lookout allerdings NICHT gedacht ist, ist Blinden oder sehbehinderten Menschen die Navigation im Straßenverkehr zu erleichtern. Es gibt nämlich beispielsweise keine Hinderniserkennung.

Jedenfalls ein äußerst interessantes Thema, an dem wir dran bleiben werden 🙂

(Bild: Screenshot; Video: Youtube.com)

Beitrag teilen

Hier können Sie einen Kommentar hinterlassen