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Neugier – das Verlangen, Neues zu entdecken im EU-Vergleich

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„Neugier oder auch Neugierde ist das als ein Reiz auftretende Verlangen, Neues zu erfahren und/ oder Verborgenes kennenzulernen.“ Ohne der „Gier nach Neuem“ würden wir vielleicht immer noch in Höhlen wohnen, ohne Neugier gäbe es keine Forschung, keine Innovationen, keine Entdeckungen. Die Motivation, Neues zu erkunden, hat unsere Geschichte und unsere Gesellschaft bestimmt. Grund genug, mal zu schauen, wie neugierig wir ÖsterreicherInnen – im internationalen Vergleich – sind:

Neugier – der Treibstoff des Lebens

Wir Menschen sind neugierig. Von Natur aus. Und von Geburt an. Denken sie nur an Kinder, die voller Neugier die Welt entdecken, erfahren und lernen – Neugier ist ein ständiger Begleiter in unserem täglichen Leben, sozusagen ein Treibstoff des Lebens, auch wenn dies eher unterbewusst der Fall ist.

In der heutigen, digital verknüpften Welt sind wir gut versorgt, wenn es um «neue» Informationen geht. Praktisch jede Frage, die sich uns stellt, können wir innerhalb weniger Sekunden mit unseren Smartphones und dem World Wide Web beantworten. Unserem Wissensdurst sind sozusagen keine Grenzen gesetzt – außer vielleicht in Regionen, wo wir keinen Handyempfang haben… 😉

Eine aktuelle Studie* hat – quasi aus Neugier heraus – versucht genauer herauszufinden, wie das nun wirklich ist mit der Neugier bzw. welche EU-Länder besonders neugierig sind.

Grafik: EU Neugier-Index visualisiert mittels Europakarte. (c) Viking
Den Studienergebnissen zufolge hat Malta die höchste Gesamtpunktzahl erreicht und ist somit „das neugierigste Land in der EU“. Am anderen Ende der Liste belegt Bulgarien hingegen den letzten Platz des Neugier-Rankings.

Österreich schneidet im Vergleich zu anderen EU-Ländern nicht ganz so gut ab, befindet sich jedoch mit dem 15. Platz in der soliden Mitte.

6 Erkenntnisse aus dem Länder-Vergleich

Wikipedia – Seitenaufrufe

Wikipedia gilt als das Wissensportal schlechthin. Diese digitale Enzyklopädie ist für viele Internetnutzer eine regelmäßige Anlaufstelle für Informationen und ein wichtiger Faktor im Neugier-Ranking. Zu diesem Zweck wurden die Seitenaufrufe pro Einwohner und die Anzahl der Suchanfragen pro Person analysiert. Österreich belegt hier den 7. Platz und liegt im Ranking über dem Durchschnitt. Die heimischen InternetnutzerInnen greifen im Durchschnitt 12,4 mal im Monat auf Wikipedia zu.

An der Spitze dieses Rankings stehen die Niederländer. Der durchschnittliche Internetnutzer in den Niederlanden ruft Wikipedia ca. 17-mal im Monat auf. Das Schlusslicht bilden Bulgarien und Belgien. In diesen Ländern greifen Internet-Surfer im Durchschnitt nur einmal im Monat auf die Online-Enzyklopädie zu.

Grafik: Top 3 Länder Wikipedia Seitenaufrufe. (c) Viking

Anzahl der Duolingo-Nutzer

Eine Fremdsprache zu lernen ist für viele Erwachsene eine große Herausforderung. Neben Abendkursen bieten sich mittlerweile auch zahlreiche Apps als große Hilfe an.

Österreich belegt in dieser Kategorie mit dem 15. Platz das Mittelfeld – aber immerhin doch deutlich vor unseren deutschen Nachbarn (Platz 25). Duolingo ist eine der beliebtesten Sprachlern-Apps weltweit und hat 482.181 aktive Nutzer in Österreich. Zum direkten Vergleich: Deutschland verzeichnet 3.744,056 aktive Nutzer.

Malta schafft es mit 49.167 aktiven App-Nutzern auf den ersten Platz, denn das Ranking beruht auf die Anzahl der aktiven App-Nutzer pro 1.000 Internetnutzer im jeweiligen Land.

Grafik: Top 3 Länder Duolingo-Nutzer. (c) Viking

Online-Nachrichten lesen

Lesen bildet. Gerade das Lesen von Zeitungen ist äußerst wichtig und ermöglicht uns bei gesellschaftlichen Debatten mitzureden. Das können wir nur, wenn wir informiert sind. Nachrichten bleiben eine wertvolle Quelle für Informationen und das trotz rückläufiger Zeitungsabos. Das heißt aber nicht, dass wir Nachrichten-Muffel sind, sondern nur, dass wir Zeitungen heutzutage lieber online konsumieren.

Österreich landet in dieser Kategorie auf Platz 23, denn 71% der Web-Surfer lesen Zeitungen online. Dies mag auf den ersten Blick zwar ein recht hoher Prozentsatz sein, jedoch sind wir weit hinter den Top 5 Ländern – Litauen, Tschechien, Kroatien, Estland und Finnland –, bei denen die Anzahl der digitalen Nachrichtenleser bei über 90% liegt.

Grafik: Top 3 Länder online Nachrichtenleser. (c) Viking

Erasmus-Studenten

Das Erasmus-Programm ermöglicht ein Auslandsstudium in Europa. Auf diese Weise lernt man nicht nur das eigene Fach, sondern auch die Sprache und Kultur eines anderen Landes näher kennen.

Auch hier landet Österreich in der soliden Mitte auf dem 13. Platz und hat das Nachbarland Deutschland (#18) wieder abgehängt. Von 1.000 Studenten sind knapp 17 österreichische Erasmus-Studenten. Malta ist auch hier wieder einmal an der Spitze mit 59 Erasmus-Studenten. Schlusslicht ist in dieser Kategorie das Vereinigte Königreich mit knapp 7 Studenten (von 1.000), die Teil des Erasmus-Austauschprogramms sind.

Grafik: Top 3 Länder Erasmus-Studenten. (c) Viking

Berufliche Bildung

Arbeitnehmer müssen zwar nicht mehr die Schulbank drücken, doch auch in der Berufswelt ist lebenslanges Lernen wichtig, um Wachstum und Erfolg voranzutreiben.

Hier schafft es Österreich auf Platz 14 mit knapp 10 Stunden im Jahr, die der beruflichen Weiterbildung gewidmet werden. Luxemburg scheint viel mehr Zeit in berufliche Weiterbildung zu investieren und ergattert mit 20,5 Stunden den ersten Platz. Lettland bildet das Schlusslicht mit knapp 4 Stunden, die im Durchschnitt pro Jahr für berufliche Weiterbildung genutzt werden.

Grafik: Top 3 Länder berufliche Bildung. (c) Viking

Ausleihe in öffentlichen Bibliotheken

Während des Studiums verbringen die meisten noch viel Zeit in der Uni-Bibliothek, doch wie sieht es mit der allgemeinen Bibliotheksnutzung in der EU aus? Einst der Ort für Wissensaneignung schlechthin, haben sich Bibliotheken heutzutage ganz schön verändert. Die Neugier-Studie wollte herausfinden, in welchen EU-Ländern der Trend zur Buchausleihe [noch]am stärksten ausgeprägt ist.

In diesem Ranking schneidet Österreich nicht sehr gut ab und schafft es gerade mal auf Platz 19. Denn mit ca. 2.4 Ausleihen pro Einwohner im Jahr ist das unter dem EU-Durchschnitt. Deutschland belegt den 12. Platz und Italien (0.6), Zypern (0.2), und Portugal (0.1) bilden das Schlusslicht mit nicht einmal einer Buchausleihe pro Kopf pro Jahr.

Grafik: Top 3 Länder Ausleihen in Bibliotheken. (c) Viking

Auch wenn einige Nationen in diesem Neugier-Index besser abschneiden als andere, ist jedoch eines in allen Ländern gleich: Wissbegierde gehört zum Menschsein – sowohl im privaten sowie auch beruflichem Umfeld – einfach dazu.

Neugier müssen wir nicht erlernen – manche von uns müssen sie vielleicht wieder entdecken –, aber wir kommen mit diesem Urinstinkt schon auf die Welt.

In diesem Sinn: viel Spaß beim Entdecken und ihrer Gier nach Neuem 🙂

*Über die Studie

Anhand von Statistiken der EU und bisher unveröffentlichten Daten von Duolingo.com hat der Büroausstatter Viking die Länder Europas an Hand einer diversen Kombination von Big Data aus Medien, Suchmaschinen und noch nie veröffentlichten Daten beurteilt.

Dabei hat man sich für ein breites Spektrum an Daten entschieden, die die Neugier der unterschiedlichen EU-Länder am besten repräsentiert. Der Neugier-Index wurde unter Verwendung von Perzentilwerten pro Datensatz festgelegt. Die Endpunkte aller sechs untersuchten Datensätze wurden addiert, um das Ranking zu bestimmen.

Zu beachten
Viking hat sich für bestimmte Daten für diese Forschung entschieden, die öffentlich zugänglich sind. Es wurden Informationen gewählt, für die aktuelle Zahlen für alle EU-Länder gefunden werden konnten. Viking versteht, dass Neugier vielseitig ist und nicht nur mit den von ihnen ausgewählten Daten repräsentiert werden kann.

(Bild: Pixabay.com; Grafiken: Viking)

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