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Nicht zu unterschätzen: Risiken und Folgen von Stürzen im Alter

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Wunsch Nr. 1 der Meisten von uns: so lange wie möglich gesund, unabhängig, selbstständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. Und die Statistik sagt, dass über 90 Prozent der älteren Generation sich selbst in ihrer vertrauten Umgebung zu Haus versorgt. Die Crux an der Sache: jeder kennt sein zu Hause, wohnt [oft]seit Jahrzehnten dort, fühlt sich wohl und v.a. auch sicher – allerdings werden nur die wenigsten Wohnungen oder Häuser dem Sicherheitsbedürfnis gerecht, Stichwort stürzen.

Wenn ich stürze, stehe ich wieder auf

Wer jung und gesund ist und zu Hause stolpert und stürzt, steht wieder auf und kommt zumeist mit dem Schrecken davon. Vielleicht die eine oder andere kleine Schramme oder ein blauer Fleck – mehr passiert in der Regel nicht. Ab einem gewissen Alter so ab 60, 65 Jahren können Stürze allerdings vermehrt immer gravierendere gesundheitliche, soziale und auch psychische Folgen haben.

Gründe dafür gibt es viele: geringere Körperkraft, weniger oder eingeschränkte Beweglichkeit, Unsicherheit beim Gehen und/ oder Stehen, nachlassen der Sehkraft und des Reaktionsvermögens, Erkrankungen oder auch die Einnahme von notwendigen Medikamenten kann das Sturzrisiko erhöhen. Aus diesem Grund gilt es, die eigenen vier Wände so Sturz sicher wie möglich zu gestalten bzw. potentielle Gefahren zu beseitigen.

Das bedeutet jetzt nicht, dass man gleich die Wohnung/ das Haus komplett umbauen muss. Oft sind es kleine Veränderungen, die helfen, sicher(er) mobil zu bleiben: eine gesunde Lebensweise, eine realistische Einschätzung der eigenen Kräfte und Fähigkeiten sowie verschiedenste Alltagshelfer, die im Wort-wörtlichen Sinne eine Stütze bieten, tragen dazu bei, sich sicher im eigenen Zuhause bewegen zu können.

Ein liegendes Kätzchen, dass mit einer Teppichkante spielt. (c) Pixabay.com
Süß und lustig zum Zuschauen, wenn das Kätzchen mit dem Teppich spielt. Aber Achtung: so eine umgeschlagene Teppichkante kann schneller zu einem Sturz führen, als einem lieb ist!

Die meisten Unfälle passieren im eigenen Haushalt

Dass sich die meisten Unfälle zu Hause ereignen, hat mit Sicherheit damit zu tun, dass man sich die meiste Zeit im häuslichen Umfeld aufhält und bewegt. Logisch, man ist da zu Hause, kennt jeden Millimeter, fühlt sich sicher und geborgen. Und weil man oft schon „eine kleine Ewigkeit“ da wohnt, kommt man gar nicht auf die Idee, Stolperfallen wie hochstehende Teppichkanten zu beseitigen oder schlecht beleuchtete Räume besser auszuleuchten. Es ist ja schließlich bisher auch nichts passiert.

Aber wie schon erwähnt, wir alle werden nicht jünger. Gerade im (hohen) Alter können Stürze durchaus auch lebensgefährliche Folgen haben. Studien zeigen, dass 80 Prozent aller tödlichen Unfälle im Haushalt Menschen über 65 Jahre zustoßen. Natürlich muss es nicht so weit kommen, doch auch Verletzungen wie zB Knochenbrüche sind sehr ernst zu nehmende Risiken mit oft langwierigen Folgen.

In Folge eines Sturzes brechen sich beispielsweise in Österreich 250 Personen pro 100.000 Einwohner jedes Jahr im Durchschnitt den Oberschenkelhals. Das Risiko für diese schwere Verletzung steigt mit dem Alter, sodass ein Oberschenkelhalsbruch die häufigste Verletzung bei Menschen über 60 ist. Dazu kommt dann auch noch die Angst der Betroffenen, nie wieder auf die Beine zu kommen. Denn tatsächlich bedeutet dies für 30 Prozent der Betroffenen den direkten Weg in die Pflegebedürftigkeit.

Häufig unterschätzt werden aber auch die psychischen und sozialen Folgen eines Sturzes. Die Angst vor weiteren Stürzen führt oftmals dazu, dass sich die Betroffenen immer mehr zurückziehen, kaum noch das Haus verlassen und unter Einsamkeit leiden. Sie bewegen sich weniger, werden dadurch zunehmend unsicherer und büßen ihre Muskelkraft ein – und die häufige Konsequenz dieses Teufelskreises: sie fallen erneut hin. Laut Statistik haben Personen, die einmal gestürzt sind, ein dreifach höheres Risiko, innerhalb eines Jahres erneut zu stürzen.

Gesundheitstipps zur Sturzvermeidung

Neben zahlreichen Stolperfallen, die sie in ihre eigenen vier Wänden beseitigen können, haben wir hier für sie daher auch ein paar Gesundheitstipps, wie sie möglichen Stürzen vorbeugen können.

  • Schwindel ist oftmals ein Grund für Stürze. Ein einfaches Hilfsmittel, um Schwindelanfällen vorzubeugen: viel trinken!
  • Unser Körper braucht Energie, die wir ihm durch Essen und Trinken zuführen. Einseitige und/ oder falsche Ernährung führt zu Mangelerscheinungen und damit einhergehend Kräfteverlust.
  • #BewegungISTgesund – bewegen sie sich regelmäßig und so oft wie möglich entsprechend ihren körperlichen Fähigkeiten. Sie müssen dabei keine Rekorde brechen. Neben leichtem Ausdauertraining empfiehlt sich Gymnastik oder Krafttraining, um die Muskelkraft zu erhalten.
  • Besprechen sie mit ihrem Arzt/ Ärztin etwaige Nebenwirkungen von Medikamenten auf ihre Bewegungsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Dies nicht zuletzt und vor allem dann, sollten sie mehrere Medikamente einnehmen müssen. Ggf. gibt es ja die Möglichkeit, auf geeignetere Medikamente umzusteigen.
  • Gehen sie regelmäßig – mindestens einmal jährlich – zum Augenarzt, um ihre Sehkraft zu überprüfen. Und für den Fall, dass sie eine Brille habe, achten sie darauf, dass diese stets optimal an ihre Sehstärke angepasst ist.
  • Viele Stürze passieren in der Nacht bei schlechter Beleuchtung. Sorgen sie daher zum einen für gut beleuchtete Gänge. Und zum anderen sollten sie, wenn sie in der Nacht auf´s WC müssen, nicht gleich aus dem Bett springen. Bleiben sie einen Moment auf der Bettkante sitzen, damit ihnen durch das plötzliche Aufstehen nicht schwindelig wird.

(Bilder: Pixabay.com)

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