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Volkshilfe-Umfrage zu Pflege: Personalmangel ist bereits spürbar

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It´s [all] about Personalmangel – beim jährlichen Pflege Sozialbarometer der Volkshilfe Österreich werden Menschen in einer repräsentativen Umfrage zu aktuellen Themen aus dem Bereich der Pflege befragt. “Die Ergebnisse zeigen, dass den Menschen in Österreich der enorme Handlungsbedarf im Bereich der Pflege und Betreuung sehr bewusst ist. Und sie zeigen deutliche Unterstützung für dringend notwendige Schritte, Stichwort Pflegereform”, so der Direktor der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger bei der Präsentation der aktuellen Ergebnisse.


Personalmangel erschwert schon heute professionelle Pflege und Betreuung

Neun von zehn Befragten [92 Prozent] antworten mit Ja oder eher Ja auf die Frage, ob der Personalmangel im Pflegebereich bereits heute die professionelle Pflege und Betreuung erschwert. Die zunehmenden Medienberichte über Stationen in Pflegeheimen, die mangels Personal nicht besetzt werden können oder Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die aufgrund der Belastungen den Job verlassen, zeigen offenbar Wirkung.

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, zum Thema Personalmangel in der Pflege und Betreuung.
(c) Volkshilfe/ Christopher Glanzl
Erich Fenninger schlägt Alarm: “Personalmangel erschwert bereits heute die professionelle Pflege und Betreuung.”

Die Bezahlung ist der Belastung nicht angemessen

89 Prozent der Befragten glauben [Ja/ eher Ja], dass die emotional und körperlich belastenden Pflege- und Betreuungsberufe in Österreich schlecht bezahlt sind. Nur sieben Prozent sind nicht dieser Meinung, bei nur vier Prozent, die dazu keine Meinung haben. “Die Corona-Pandemie hat gezeigt, welche Bedeutung die Pflege für die Menschen in unserem Land hat. Hier sind sowohl Landes- als auch Bundespolitik gefragt, dem Klatschen endlich auch Taten folgen zu lassen”, so Direktor Erich Fenninger.

Eine rasche Lösung: Bezahlte Umschulung

Einer der Vorschläge bei der Lösung des Personalmangels in Pflege und Betreuung wurde abgefragt und fand eine sehr breite Zustimmung: Mehr als neun von zehn Befragten sind der Meinung, dass Menschen, die sich zu Pflegeberufen umschulen lassen, für die Zeit der Ausbildung ein Gehalt bekommen sollen. “Das würde Umsteigerinnen und Umsteigern die Entscheidung für eine Zukunft in der Pflege und Betreuung enorm erleichtern. Und das wäre auch relativ rasch umzusetzen“, weiß Volkshilfe Direktor Fenninger.

Pflegenotstand langfristig lösen: Mehr Steuergeld in Pflege investieren

Mehr als acht von zehn Befragten [85 Prozent] sind außerdem dafür, dass in Zukunft deutlich mehr Steuergeld zur Finanzierung der Pflege verwendet werden soll. Damit hat die Politik jede Menge Verständnis in der Bevölkerung, um die enorme Herausforderung im Zuge der dringend anstehenden Pflegereform zu lösen. Mehr Geld bedeutet vor allem, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessern zu können und mehr Zeit für Patientinnen und Patienten zu haben.

Im internationalen Vergleich gibt Österreich nur 1,9 Prozent des BIP für Pflege aus. Vergleichbare Länder wie zum Beispiel Dänemark 2,5 Prozent und die Niederlande sogar 3,5 Prozent. [Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz 2019 “Zukünftige Finanzierung der Langzeitpflege”]

Regierung nach wie vor passiv im Bereich der Pflege

“Wir haben den Menschen in Österreich auch die Frage gestellt, ob sie glauben, dass die Regierung derzeit genug tut, damit in Zukunft eine gute und leistbare Pflege für alle Menschen gewährleistet ist. Das Ergebnis ist ernüchternd: eine Mehrheit von nahezu zwei Drittel [63 Prozent] glaubt das nämlich nicht!“, gibt Fenninger zu bedenken.

Der Griff einer Gehhilfe, dahinter ein Mann in einem Bett.
(c) AdobeStock
Damit die Pflege nicht selbst zum Pflegefall wird, braucht es dringend eine #Pflegereform.

Rückenwind für Pflegereform

“Unser aktuelle Umfrage kann die Bundesregierung durchaus als Rückenwind für die Pflegereform verstehen. Die Österreicherinnen und Österreicher erkennen die Probleme, und sie haben sehr viel Verständnis für die notwendigen Maßnahmen. Die enormen Herausforderungen im Personalbereich – bis 2030 brauchen wir rund 100.000 Menschen mehr im Pflegebereich – lassen keine weiteren Verzögerungen mehr zu. Es braucht Arbeits- Sozial- und Finanzminister, um endlich Bewegung in die Sache zu bringen, um gemeinsam mit den Ländern an den großen Rädern zu drehen. Wir dürfen nicht zuletzt im Namen der Pflegebedürftigen und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung keine Zeit mehr verlieren“, appelliert Erich Fenninger an die Verantwortlichen.

Ein Appell, dem wir uns voll inhaltlich anschließen und unterstützen!

#PflegereformJETZT

(Bilder: AdobeStock, Volkshilfe/ Elizaveta, AdobeStock)

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