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Psychische Entlastung: So kommen sie gesund durch die Pandemie

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Zusperren und Öffnen des eigenen Betriebs, Aufmachen und Schließen der Schulen mit Distance Learning und Schichtbetrieb, Wechsel des Arbeitsplatzes vom Büro ins Home Office und retour: Die Ungewissheit der nun schon seit einem Jahr alles beherrschenden Corona-Pandemie sorgt für eine deutlich gesteigerte psychische Belastung jeder und jedes einzelnen – oder anders formuliert: wir alle sehnen uns [auch] nach einer dringend notwendigen psychischen Entlastung.

Gerade in diesen herausfordernden Zeiten sind Optimismus und Widerstandsfähigkeit Eigenschaften, die bewusst gepflegt werden müssen. Wer sich ganz und gar den unangenehmen Emotionen hingibt, läuft Gefahr auszubrennen. Um trotz der zum Teil einschneidenden Einschränkungen positiv und motiviert zu bleiben, gibt IBG – Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement Arbeitspsychologin Regina Nicham Tipps für die innere Stärkung gegen die Entmutigung und für eine Entlastung unserer Psyche.


Wertvolle Tipps zur Entlastung unserer Psyche

Das Corona-Virus ist noch immer ein ständiger Begleiter. Wichtig ist, mit dieser Situation, die nun schon seit über einem Jahr anhält, umgehen zu lernen. Oft braucht es eine psychische Stütze, um der herausfordernden Situation aktiv zu begegnen. Regina Nicham liefert wertvolle Tipps, die eine Entlastung bringen und mit denen die Krise besser bewältigt werden kann. Denn eines ist trotz allem fix: [auch] diese Krise wird vorüber gehen – #GemeinsamSchaffenWirDas!

Illustration: eine Frau, die ihre Hände vor dem Gesicht hat, um sie herum Pfeile, die alle auf sein zeigen, Stichwort psychische Entlastung.
(c) Pixabay.com
Die Corona-Pandemie schreit förmlich nach einer psychischen Entlastung für uns alle!

#01 – Selbstfürsorge

Gerade in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, zumeist fremdbestimmt zu sein und an der eigenen Situation nichts in eine positive Richtung ändern zu können, sollte Selbstfürsorge an oberster Stelle stehen. Stellen sie sich bewusst die Frage: Was tut mir gut und was mache ich gerne? Widmen sie sich dann bewusst ihren ganz persönlichen Kraft- und Energiequellen und füllen sie ihre Speicher von Zeit zu Zeit auch wieder auf, psychische Entlastung inklusive.

#02 – Fokus auf Positives

Sie kennen den Spruch: Jede Medaille hat zwei Seiten. So haben auch Situationen meistens positive und negative Aspekte. Schaffen wir es also, in scheinbar ausweglosen Situationen positive Anteile zu finden, können wir uns Handlungsspielraum zurückerobern, der wiederum eine Entlastung bring. Auch wenn sich die Situation selbst dadurch nicht verändert, unsere Einstellung und unser Handeln sind abhängig davon, worauf wir uns konzentrieren. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten, die «Ist-Seite», wird uns der Umgang damit leichter fallen.

Ein banales Beispiel dazu: wenn es draußen regnet und stürmt, kann ich mich darüber ärgern und zurückziehen, weil man ja draußen ohnehin nichts machen kann – es wird aber trotzdem weiter regnen und stürmen. Alternativ kann man solche Tage bewusst nutzen, um es sich zu Hause gemütlich zu machen, ein Buch zu lesen, ein Bild zu malen oder endlich mal die Bilder am Computer auszumisten, was man schon seit „ewigen Zeiten“ machen wollte 😉

#03 – Akzeptanz und Gelassenheit

Zu lernen, unsichere und unwägbare Situationen im Leben zu akzeptieren und anzunehmen, hilft uns, besser damit umzugehen, anstatt unsere wertvolle Energie in Verdrängen oder Widerstand zu investieren. Dabei geht es nicht darum, dass man die aktuelle Situation und die dadurch ausgelösten Gefühle toll finden muss. Es geht vielmehr darum, der Tatsache und den Gefühlen bedingt Raum zu geben, weil der Kampf gegen sie diese nur stärker machen würde. Denn was nützt einem der Kampf gegen eine Sache, der dieser Kampf egal ist?

Versuchen sie, unangenehme Gefühle zu registrieren, zu benennen, aber nicht darauf zu reagieren und sie wieder ziehen zu lassen. Nach dem Motto: „Wenn ich es schon nicht ändern kann, vielleicht kann ich es für mich nutzbar machen?“ Was hat sich durch die Situation für mich vielleicht sogar verbessert oder gibt es hilfreiche Erfahrungen oder neue Möglichkeiten – nehmen sie sich dafür Zeit, überlegen sie und schreiben sie ihre Gedanken dazu einfach einmal auf.

#04 – Sich abgrenzen

Gerade im Home Office ist es umso wichtiger, sich mit den Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen zu beschäftigen und diese klar zu setzen. Sei es organisatorisch, indem konkrete Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeiten mit Vorgesetzten und Kolleg*innen getroffen werden, oder auch räumlich, indem man sich einen klar abgegrenzten Bereich mit allem Notwendigen für die Arbeit einrichtet. Der Arbeitsplatz sollte darüber hinaus so gestaltet werden, dass er die eigene Produktivität möglichst fördert – denn je wohler wir uns in unserer Umgebung fühlen, umso motivierter sind wir auch.

#05 – Pausen und Erholung

Auch wenn die aktuelle Zeit von ungewöhnlichen Herausforderungen geprägt ist, achten sie darauf, dass sie sich regelmäßig kurze Pausen und Auszeiten nehmen, um zwischendurch für ein wenig Entspannung und Entlastung zu sorgen. Frischluft schnappen, sich bewegen, bewusste Atemübungen, Abwechslung sowie ausreichend trinken helfen, um gut über den Tag konzentriert bleiben zu können. Nicht vergessen: Bewegung und körperlicher Ausgleich steigern das Wohlbefinden, unterstützen beim Stressabbau und helfen bei der psychischen Entlastung – #BewegungISTgesund!

#06 – Informellen Austausch beibehalten

Wenn man von zu Hause aus arbeitet, kann zwar die Produktivität steigen, weil informelles Geplauder und unnötige Wege zwischendurch wegfallen, aber gerade das sind Momente durch die wir uns – meist unbewusst – auch wieder erholen. Kontaktieren sie deshalb trotzdem auch immer wieder ihre Kolleg*innen und Freund*innen und tauschen sie sich mit ihnen aus. Das kann auch dem Gefühl von Einsamkeit, unter dem viele im Home Office leiden, entgegenwirken und trägt zur psychischen Entlastung bei.

#07 – Tagesrückblick

Analysieren sie ihre Tage zu Hause. Was haben sie geschafft und alles gemacht? Loben sie sich dafür und gönnen sie sich immer wieder auch kleine Belohnungen. Wenn was nicht geschafft wurde, ist es wichtig zu hinterfragen, aus welchen [guten]Gründen – daraus können sie wiederum konkrete Maßnahmen für sich definieren, wie es beim nächsten mal besser klappt. Das Wichtigste hierbei aber ist: bewerten sie sich nicht als Person, sondern versuchen sie nach konkreten Anhaltspunkten zu suchen, was «schiefgelaufen» sein könnte, um daran arbeiten zu können.

#08 – Ziele setzen

Um Durststrecken besser durchzustehen, ist es hilfreich, sich [realistische!] Ziele zu setzen und den Weg dorthin in mehrere Abschnitte zu unterteilen. Das Wesentliche dabei ist, dass die Konzentration dadurch auf aktuell wichtige Dinge ausgerichtet ist und auch Teilerfolge wahrgenommen werden können.

#09 – Unterstützung annehmen

Wenn es ihnen allein nicht gelingt, einen Weg zum Umgang mit aktuellen Veränderungen und Herausforderungen zu finden, kann es durchaus hilfreich und bereichernd sein, die eigenen Gedanken mit anderen zu teilen. Das können Personen sein, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und über ihre eigenen Erfahrungen berichten. Es können aber auch Familienmitglieder, Freunde oder Expert*innen sein. Oft kann das Einholen einer Außensicht dabei helfen, Distanz zu bekommen, die eigene Denkweise zu verändern und die Dinge vielleicht positiver und lösungsorientierter zu sehen – ganz im Sinne einer Entlastung für ihre Psyche.

Hintergrundinformationen

IBG – Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH, gegründet 1995, ist mit über 165 MitarbeiterInnen, davon 70  ArbeitsmedizinerInnen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

Mehr Informationen finden sie HIER.

(Bilder: Pixabay.com)

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