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Raus ins Grüne! Schon 20 Minuten sind enorm gut für Körper & Seele

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Raus ins Grüne. Die Kraft der Natur genießen und Energie tanken – was wir eigentlich schon lange wissen, haben nun Forscher der Universität Michigan wissenschaftlich untersucht: nämlich die positive Wirkung eines Aufenthaltes im Grünen auf Körper, Geist und Seele. Oder anders gesagt: wenn der Alltag zu hektisch wird und vor lauter Stress das Leben an uns vorbei zieht und wir nur mehr „funktionieren“, kann ein Ausflug in die Natur wahre Wunder wirken.

Was wir bereits wissen

Es ist ja mittlerweile alles andere als ein Geheimtipp bzw. ist es auch schon längst erwiesen: wenn wir Zeit in der Natur an der frischen Luft verbringen, umgeben von Fauna und Flora, die Vögel zwitschern und die Sonnenstrahlen in der Nase kitzeln, reduziert das unser Stresslevel enorm. Wir entspannen, laden unsere Batterien wieder auf und tanken (neue) Kraft.

Was aber bislang unklar war, waren so Detailfragen wie u.a.: Wie lange muss man in die Natur gehen, um einen positiven Effekt zu haben? Oder wie oft? Und überhaupt: welche Art von Naturerfahrung hilft uns beim Steigern unseres Wohlbefindens?

Die Antwort(en) darauf waren verblüffend: denn schon ein Spaziergang oder allein der Aufenthalt von lediglich 20 Minuten in der Natur kann zu einer deutlichen Senkung des Cortisolspiegels im Körper führen. Cortisol – auch als Stresshormon bekannt – wird in der Nebennierenrinde hergestellt und in der Leber abgebaut. Dauerhaft erhöhte Cortisolwerte, etwa durch chronischen Stress, werden mit Übergewicht, einer Schwächung des Immunsystems, Herz-Kreislauf-Störungen, Depressionen und einer Reihe weiterer Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Raus ins Grüne und die Natur genießen – ihr Cortisolspiegel wird es ihnen danken. (c) Pixabay.com
Raus ins Grüne und die Natur genießen – nicht zuletzt ihr Cortisolspiegel wird es ihnen danken.

Verordnung: das Erlebnis Natur

Durchgeführt wurde die Anfang April in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ veröffentlichte Studie an der University of Michigan. 36 Erwachsenen wurden mindestens dreimal pro Woche Spaziergänge in der Natur von mindestens zehn Minuten oder mehr verordnet. Dabei nahmen die Forscher Rücksicht auf die jeweiligen Lebensumstände der Probanden, sprich sie konnten den Tag, die Dauer und den Ort ihres Naturerlebnisses selbst bestimmen. Die Vorgaben waren lediglich, bei Tageslicht zu spazieren, keine sportlichen Übungen zu machen [das würde Glückshormone produzieren und so die Ergebnisse der Studie verfälschen], sowie – ganz wichtig – Social Media, Internet surfen und telefonieren zu vermeiden.

Vor, während und nach dem Spazierengehen bzw. Aufenthalt in der Natur wurden die Cortisolwerte mittels Speicheltest bestimmt. Das Ergebnis: schon nach zehn Minuten Bewegung in der Natur beginnt unser Stresslevel zu sinken. Nach 20 Minuten sinkt der Cortisolsiegel bereist deutlich nach unten, nämlich um durchschnittlich über 20 Prozent. Bei Aufenthalten von über 30 Minuten verlangsamt sich das Sinken des Stresshormonspiegels dann wieder, hat aber natürlich immer noch positive Effekte.

Raus ins Grüne – Natur wirkt – ganz ohne Rezept

Die Ergebnisse sind so erstaunlich, dass die Forscher im wahrsten Sinne des Wortes von einer „Naturpille“ sprechen, die unseren Stress auf ganz natürliche und einfache Weise abbauen kann – und zwar kostengünstig und Rezept frei ohne Verschreibungspflicht von einem Arzt oder einer Ärztin 😉

Die Daten dieser Studie reihen sich übrigens in eine steigende Zahl von wissenschaftlichen Untersuchungen ein, die die positiven Effekte eines Aufenthalts in der Natur belegen. So wurde bereits Mitte der 1980er Jahre festgestellt, dass Patienten, die nach einer Operation aus dem Krankenhausfenster auf Grün schauten, weniger Schmerzmittel benötigten und schneller wieder gesund wurden als andere.

Umweltpsychologen haben herausgefunden, dass die Anzahl von Bäumen in einer Wohngegend die Gesundheit der Bewohner beeinflusst. Wer nämlich in grüneren Gebieten wohnt, leidet seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. In Japan ist sogar das „Baden im Wald“ Teil der staatlichen Gesundheitsversorgung. Und „Waldmedizin“ ist seit wenigen Jahren ein eigener Forschungszweig an japanischen Universitäten. Denn regelmäßige und ausgedehnte Waldspaziergänge fördern das Immunsystem.

In diesem Sinn: raus ins Grüne, die Natur genießen, dabei auch noch Stress abbauen und das Immunsystem stärken – Herz, was willst du mehr 🙂

(Bilder: Pixabay.com)

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