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Reiseversicherungen: Wer die Wahl hat, hat die Qual

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Reiseversicherungen sind gut und machen Sinn. Soweit „sind wir uns einig“ – außer sie gehören zur „versichern ist feig“-Fraktion. Nun ist es aber so, dass es bei den Reiseversicherungen nicht nur viele Anbieter gibt, sondern auch jede Menge Tarife. Konsumenten sollten daher nicht nur auf die Prämie schauen, sondern auch Leistungen, Ausschlüsse und Einschränkungen beachten. Damit sie in dieser Tarifvielfalt nicht den Durchblick verlieren, hier ein Überblick:

Reiseversicherungen gibt´s nicht nur bei den Versicherungen
(c) Pixabay.com

Je teurer, je länger und je weiter weg, desto ratsamer ist der Abschluss einer Versicherung.

Fakt ist: Ein kurzfristiges Reisestorno kann teuer werden. Je teurer die Buchung, je weiter weg der zeitliche Reiseantritt und je mehr Personen reisen, desto empfehlenswerter ist ein Reise-Stornoschutz. Reiseversicherungen bieten nicht nur die Versicherungen selbst an, sondern auch Kreditkartenunternehmen, Autofahrerclubs und Reiseveranstalter. AK Konsumentenschützer Christian Prantner rät daher: „Achten sie nicht alleine auf die Prämie, sondern auch auf die Versicherungssummen in den einzelnen Bausteinen, Ausschlüsse und Einschränkungen. Schauen sie auch, ob die Versicherung europa- oder weltweit gilt, und ob sie nur für die Reise selbst oder etwa ein Jahr lang zutrifft.“

Wenn, dann nicht nur auf die Prämie schauen

Bei Online-Buchungen von Reisen poppen oft auch blinkende, warnende Hinweise auf, dass eine Reiseversicherung abgeschlossen werden soll. Vorsicht vor niedrig klingenden Prämien. Der Versicherungsschutz ist dementsprechend eingeschränkt. Unser Rat: Nicht vorschnell abschließen, sondern genau prüfen, welcher Versicherungsschutz nötig ist.

Auch praktisch alle gängigen Kreditkarten inkludieren Reiseversicherungen mit zahlreichen Bausteinen (Storno, Reiseabbruch, Flugverspätung, Kranken- und Unfallversicherung, Reisehaftpflicht). Die Jahresgebühren für die Kreditkarten inklusive Versicherungsschutz gibt es ab 57,60 Euro. Beachten sie aber, dass es unterschiedliche Bedingungen für die Wirksamkeit des Versicherungsschutzes gibt. Unterschiede gibt es zudem auch bei den Deckungslimits in den einzelnen Bausteinen. Es gilt der Grundsatz: Reiseversicherung ist nicht gleich Reiseversicherung . ZB kann vorkommen, dass der Stornoschutz nur dann gilt, wenn die Reise hauptsächlich mit der Karte bezahlt wurde. Zudem kann es Selbsthalte beim Versicherungsschutz geben.

Die Qual der Wahl
(c) Pixabay.com

Schlimm genug, wenn man eine Reise stornieren muss. Noch schlimmer, wenn man nicht versichert ist.

Komplett-Pakete der Versicherer inkludieren zumeist die Reise-Storno-, Flugausfalls- oder Verspätungsschutz, Reise-Abbruch-, die Kranken-, Unfall-, Gepäcks-und Reisehaftpflichtversicherung. Neben Komplett-Paketen gibt es reine Storno-Versicherungen mit durchaus unterschiedlichen Stornogründen. Achtung: Nicht jeder Grund für einen verhinderten Reiseantritt ist auch ein Stornogrund gemäß Vertragsbedingungen.

Wer einen individuellen Reisversicherungsschutz sucht, sollte zuerst bestehende Verträge (Haushalts-, Unfall-, Krankenversicherung, Kreditkarten-Versicherungsschutz, Mitgliedschaften bei Autofahrerclubs, alpinen Vereinen, etc. ) prüfen. Eventuell ist nur ein ergänzender Schutz nötig. Wer eine komplette Reiseversicherung abschließen will, sollte auf die vielen unterschiedlichen Leistungsdetails achten. Die inkludierten Leistungen unterschieden sich vor allem durch Deckungssummen und enthaltene Leistungen (etwa Reise-Abbruchversicherung, erweiterte Stornogründe). Bei Reisestorno oder Abbruch gibt es viele unterschiedliche Abstufungen, was enthaltene Leistungen anbelangt. Unser Rat: Um den Überblick zu bewahren, prüfen sie zuerst, welche Risikoabdeckung sie wirklich brauchen. Und danach geht’s an das Vergleichen von Leistungen und Prämien.

Wenn der Versicherungsschutz „alles“ umfasst

Die Höhe der Prämien hängt von vielen Faktoren ab: Es gibt Einzel-, Alleinerzieher-, Familien- oder Gruppentarife, Tarife mit oder ohne Selbstbehalt. Wesentliche prämienabhängige Faktoren sind obendrein die Dauer der Reise, der Preis der Reise sowie das Reiseland (oder Kontinent). Die Laufzeiten der Reisversicherungspolizze können auf die Reisedauer beschränkt sein oder auf Jahresbasis („Jahresverträge“) – denkbar für Vielreisende – abgeschlossen werden.

Achtung: Es gibt etliche Nebenbedingungen, also Fristen, Ausschlüsse und Einschränkungen, die für Konsumenten schwer zu erfassen sind. Am besten, sie legen fest, welche Risikoabdeckung ihnen besonders wichtig ist und lassen sich zumindest diese zentralen Punkte vom Vermittler der Reiseversicherungspolizze genau erläutern. Denn der Teufel steckt oft im Kleingedruckten. Skepsis ist auf jeden Fall angebracht, wenn ein/e Berater/in (etwa im Reisebüro) ankündigt, der „Versicherungsschutz umfasst alles“.

Reisestornoversicherung – darauf sollten sie achten:
  • Stornogründe genau ansehen: Werfen sie einen Blick in die Versicherungsbedingungen. Es gibt übliche (etwa unerwartet schwere Erkrankung) und erweiterte Stornogründe (etwa Absage). Sie sind von Versicherung zu Versicherung verschieden.
  • Reiseabbruch drinnen? Prüfen sie, ob in ihrem Tarif eine Reiseabbruchversicherung, also ein Ersatz für die nicht genutzten Reiseleistungen enthalten ist. Schauen sie auch, was die Leistungen bei Reiseabbruch inkludieren.

 

Service

HIER können sie Tipps für Reiseversicherungen von der AK Wien als Pdf downloaden.

(Bilder: Pixabay.com)

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