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Schau auf dich, schau auf den Wald und schau [auch] auf die Tiere

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In diesem Herbst, der geprägt ist von Covid-19 und den Ausgangsbeschränkungen, strömen viele Menschen auf der Suche nach Erholung und Bewegung in die Wälder – deutlich mehr als sonst zu dieser Jahreszeit. Sich die Füße zur physischen und vor allem auch psychischen Regeneration zu vertreten ist trotz Beschränkungen ausdrücklich erlaubt. Und bewiesenermaßen ist so ein ausgedehnter Aufenthalt im Wald tatsächlich Balsam für Seele und Körper.

#BewegungISTgesund

Der Wald ist neben einem wunderbaren Erholungs- und Freizeitort aber vor allem auch Lebensraum für viele Wildtiere. Und so einen Ansturm im Wald zu dieser Jahreszeit sind die scheuen Wildtiere nicht gewohnt. Daher sind Rücksicht und Vorsicht in den Wäldern die Gebote der Stunde.

Wildtiere im Wald müssen Energie für den Winter tanken

Wildtiere sind grundsätzlich gut an die Jahreszeiten angepasst: Sie legen im Herbst Fettreserven an, um dann mit einem guten Energiehaushalt stressfrei durch den Winter zu kommen. Wanderer, Spaziergeher, Mountainbiker, die sich abseits markierter Wege aufhalten, dringen in den Lebensraum der Wildtiere ein und drängen sie zurück – ihr Lebensraum wird eingeschränkt und die Wildtiere werden durch den Ansturm von Freizeitsportlern im Wald von morgens bis abends und oft auch noch in der Nacht gestört. Anstatt Ruhe und der Möglichkeit Energie aufzutanken, haben die Tiere Stress und verbrauchen mehr Energie als normal. Das Nahrungsangebot ist aber im Winter viel geringer und so leiden nicht nur die Wildtiere, sondern in Folge auch der Wald unter Verbiss. Die Land&Forst Betriebe Österreich appellieren daher an alle Waldbesucher für ein rücksichts- und verantwortungsvolles Verhalten im Wald.

„Die Österreicherinnen und Österreicher lieben den Wald und das ist gut so. In Zeiten wie diesen spielt der Wald als Erholungsort eine ganz besonders wichtige Rolle und wir freuen uns, dass viele Menschen hier die notwendige Entspannung und Ruhe finden. Die aktuellen Corona-Einschränkungen sind notwendig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen und die Krankenhäuser zu entlasten. Im Sinne der allgemeinen Solidarität appelliere ich daher an alle Waldbesucher, bei ihrem Besuch im Wald unbedingt Rücksicht auf den Wald und seine Bewohner zu nehmen. Frei nach dem Motto: ‚Schau auf dich, aber schau auch auf den Wald und die scheuen Wildtiere‘,“ so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, in Ergänzung des Covid-19-Slogans der Bundesregierung.

DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.
(c) LFBÖ
DI Felix Montecuccoli, hier im Rahmen einer Veranstaltung, weist darauf hin, dass wir uns im Wald mit Rücksicht und Vorsicht auf die Natur und auf die Tiere aufhalten sollen.

Fünf Punkte für ein rücksichtsvolles Verhalten im Wald

Neben der Rücksicht auf die Wildtiere ist generell ein verantwortungsvolles Verhalten im Wald von großer Bedeutung. Und hier gilt:

1. Auf markierten Wegen bleiben!

Zu Fuß und vor allem mit dem Rad auf markierten und freigegebenen Wegen bleiben. Mountainbiken im Wald abseits von dafür gekennzeichneten und erlaubten Strecken ist verboten – auch auf der Forststraße.

2. Ruhezonen beachten!

Ruhezonen für Wildtiere müssen unbedingt beachtet werden. Abseits der markierten Wege dringt man in den Lebensraum und Rückzugsort der Wildtiere ein und erschreckt diese.

Daher: Wildfütterungen bitte großräumig meiden!

3. Forstliche Sperrgebiete beachten!

Im Herbst finden auch Waldarbeiten zur Pflege und Hygiene der Waldbestände statt. Forstliche Sperrgebiete gilt es zur eigenen Sicherheit unbedingt zu beachten, um Unfälle vorzubeugen. Sicherheit hat oberste Priorität, um das Gesundheitssystem nicht zusätzlich zu belasten.

4. Der Wald ist kein Mistkübel!

Achtlos weggeworfener Müll verursacht Tierleiden, verunstaltet die Landschaft und schadet dem gesamten Ökosystem Wald. Getränkedosen, Zigarettenstummel, Kaugummi etc. gehören in vorgesehene Mistkübel oder sind, wenn solche nicht vorhanden sind, wieder aus dem Wald mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen!

5. Hunde an die Leine!

Freilaufende Hunde sind eine Gefahr für die Wildtiere. Der ausgeprägte Geruchssinn und der natürliche Instinkt von Hunden führt sie zu den Wildtieren und das bedeutet immer massiven Stress für diese und im schlimmsten Fall deren Tod. Die Wildtiere selbst haben ebenso einen ausgeprägten Geruchssinn und wittern Hunde – bereits der Geruch eines Hundes führt bei den Wildtieren zu Anspannung und zu Fluchtreflexen, die wieder viel Energie in einer schwierigen Zeit kosten.

Ein Mann beim Spazierengehen im Wald mit zwei Hunden an der Leine.
(c) Pixabay.com
Wenn sie mit Hunden im Wald unterwegs sind, so sind diese auf jeden Fall an die Leine zu nehmen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die leider nicht immer beachtet wird.

Über die Land&Forst Betriebe Österreich

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit sowie Verantwortung zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Drittel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen Getreides.

(Bilder: Pixabay.com, LFBÖ, Pixabay.com)

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