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Sommerliches Schuhwerk am Steuer kann zur Gefahr werden

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Bei sommerlichen Temperaturen ist das Tragen luftiger Schuhe beliebt. Diese können beim Autofahren jedoch zum Verhängnis werden. Der ÖAMTC hat den Praxistest gemacht, um die Folgen ungeeigneter Schuhe zu demonstrieren. Beim Absolvieren verschiedener Fahrmanöver wurde verglichen, wie gut bedienbar das Fahrzeug mit Flip-Flops, High Heels, Sportschuhen bzw. barfuß ist. Was dabei rausgekommen ist, lesen sie hier.

Auf die Teststrecke, fertig, los!

Die Teilnehmer mussten auf einer Teststrecke u.a. einem Hindernis rasch ausweichen, eine Not- und eine Zielbremsung sowie ein Einparkmanöver durchführen. In die Bewertung flossen sowohl die subjektive Einschätzung der Testfahrer als auch objektive Daten eines Sensor-/ Video-Messgeräts ein. Fazit: „Mit offenen, locker sitzenden Schuhen oder barfuß hat man kaum Gefühl für das Pedal – schlimmstenfalls kann man abrutschen und die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren“, warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. „In unserem Versuch war das sportliche Modell der optimale Schuh zum Fahren: Je nach gefordertem Manöver ermöglicht der Sportschuh eine sensible bzw. kraftvolle Pedalsteuerung.“

High Heels am ungeeignetsten, mit Flip Flops und barfuß fehlender Bremsdruck
(c) ÖAMTC/ Mani Hausler

Im Grunde eigentlich wenig überraschend: High Heels und Autofahren geht irgendwie gar nicht.

Das Fahren mit High Heels gestaltete sich schwierig. „Eine dosierte, sanfte Zielbremsung war nicht möglich – der Pedalwiderstand ist durch die starr vorgegebene Fußhaltung und die hohen Absätze nicht mehr spürbar“ sagt die Expertin. Bei der Notbremsung lieferten Flip-Flops und das Barfußfahren die schlechtesten Ergebnisse – in beiden Fällen konnte nicht der erforderliche rasche Druck auf die Pedale ausgeübt werden. Seidenberger betont: „Es ist enorm wichtig, Gefühl fürs Pedal zu haben. Gerade in Notsituationen muss man schnell und ohne die Gefahr des Verhedderns das Bremspedal in geeignetem Maß treten können.“

Kein Verbot für Flip-Flops & Co., rechtliche Konsequenzen nach Unfall möglich

Im Gesetz sind zwar keine direkten Verbote für bestimmte Schuhe verankert. „Es verlangt allerdings, dass man sich als Lenker in einem Zustand befinden muss, in dem man das Fahrzeug sicher beherrschen kann“, sagt die ÖAMTC-Expertin. „Und das beinhaltet eben auch das geeignete Schuhwerk.“ Sie warnt: „Verursacht man mit Flip-Flops einen Unfall bzw. hätten andere Schuhe den Unfall verhindern können, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen und Schadenersatzforderungen gerechnet werden.“

Tipp: Ersatzschuhe im Auto haben
(c) ÖAMTC/ Mani Hausler

„Richtige“ Ersatzschuhe für´s Auto Fahren erhöhen die Sicherheit.

„Autofahrer sind am besten mit einem Schuh aus festem und bequemem Material, mit guter Passform und flacher, dünner, rutschfester Sohle ausgestattet. Das sorgt für einen guten Halt, verhindert das Einfädeln zwischen den Pedalen und sorgt für optimale Kraftübertragung auf die Pedale“, weiß die Expertin. Sie rät, zur Sicherheit immer ein Paar „fahrtaugliche“ Schuhe im Auto zu haben, auf die man vor Fahrtantritt wechseln kann. „Die ausgezogenen Schuhe sollten sicher verstaut werden – am besten in Kofferraum oder im Fußraum des Beifahrers. Keinesfalls dürfen sie im Lenkerfußraum liegen, dort können sie sich unter den Pedalen verklemmen“, sagt Seidenberger abschließend.

(Bilder: ÖAMTC/ Mani Hausler)

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