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Die [aktuell] beste Vorsorge und Medizin: Sport und Bewegung!

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Eine aktuelle Corona-Studie* vom Sport-Dachverband ASKÖ mit Präsident Hermann Krist zeigt die Bedeutung von Bewegung und Sport sowie das Bewegungsverhalten in Österreich im Vergleich zu 2020, Stichwort beste Vorsorge und Medizin. Zu diesem Zweck wurden mittels Online-Befragung über 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen in Österreich im Alter zwischen 16-74 Jahren befragt. Ausgangspunkt war eine Ersterhebung in der ersten Covid-19-Phase im April 2020. Ziel war es, die Daten und Auswirkungen sowie den Umgang mit ihnen nach einem Jahr zu vergleichen. Die Ergebnisse lesen sie hier.


Bedeutung von Bewegung und Sport für sich selbst steigt weiter

2021 halten zwei Drittel [66 Prozent] Bewegung und Sport in der Zeit der Corona-Krise für sehr wichtig bzw. wichtig, das sind 11 Prozent mehr als 2020. Dies gilt mit 74 Prozent[!] – also drei Viertel – besonders für jene, die aufgrund von Corona zu Hause sind bzw. mit 73 Prozent für die in Ausbildung Befindlichen.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Bewegung und Sport während der Corona-Krise persönlich wichtiger geworden ist und Teil der Bewältigungsstrategie wurde. Dieses Potential sollte künftig besser genutzt werden.

Grafik zur ASKÖ-Studie Bewegung gewinnt gegen Corona – Bedeutung von Bewegung und Sport, Stichwort beste Medizin.
(c) ASKÖ

Corona-Krise stresst jeden Zweiten

48 Prozent der Österreicher•innen fühlen sich sehr bzw. etwas gestresst, gegenüber 2020 ist das ein nochmaliger Anstieg um 4 Prozent. Vor allem jene sind gestresst, die im Job, in Karenz oder aufgrund von Corona arbeitslos geworden sind [52 Prozent], und noch mehr jene, die sich in Ausbildung befinden [75 Prozent]. Bei Letzteren beträgt der Anstieg gegenüber 2020 gar 10 Prozent-Punkte.

Veränderung des Körpergewichts während der Corona-Krise

34 Prozent der Österreicher•innen haben durchschnittlich um 6 kg an Gewicht zugenommen, nur 13 Prozent um 7,7 kg abgenommen, bei 50 Prozent blieb das Körpergewicht gleich. Der Zusammenhang zwischen subjektiver Stressbelastung und Gewichtszunahme ist augenscheinlich. Während 47 Prozent der sehr gestressten Menschen eine Körpergewichtszunahme verzeichnen, sind es nur 22 Prozent bei den gar nicht gestressten. Damit legen stressbelastete Personen um 13 Prozent häufiger an Gewicht zu als der Durchschnitt. Hochgerechnet haben jene Österreicher•innen, die zugenommen haben, 13.571.255 kg zugelegt!

Nutzung von Bewegung und Sport zur Stressbewältigung

46 Prozent der Menschen haben Bewegung und Sport zur Stressbewältigung und Stärkung der körperlichen und seelischen Gesundheit genutzt, besonders jene, die in Ausbildung stehen [61 Prozent]. 54 Prozent geben an [um 12 Prozent mehr als 2020], dass sie wegen Frust- und Stressabbau sowie Entspannung mehr Sport machen. 68 Prozent spüren [plus 1 Prozent], dass Bewegung ihre Stimmung positiv beeinflusst.

Interessant ist, dass 59 Prozent der Befragten von öffentlicher Seite keine[!] gezielte Empfehlung für Bewegung und Sport zur Stressbewältigung und Stärkung der körperlichen und seelischen Gesundheit wahrgenommen haben.

Online Bewegungsaktivitäten nutzt bereits fast ein Drittel

Ein Drittel der Österreicher•innen nutzen Online-Bewegungsaktivitäten. Damit ist die Anzahl der Nutzer gegenüber 2020 um 5 Prozent-Punkte gestiegen. Zum Beispiel auf der ASKÖ-online Plattform www.feel-fit.at/de.

Grafik zur ASKÖ-Studie Bewegung gewinnt gegen Corona – ein Viertel betreibt Sport online.
(c) ASKÖ

Auswirkungen für Sportvereine: Die drei wichtigsten Aufgaben

Gesundheitsförderung, Gesundheit erhalten“ wird von insgesamt 90 Prozent[!] als sehr wichtig bis wichtig genannt und legt gegenüber 2020 um 7 Prozent zu. Sie ist damit die Top-Aufgabe aus Sicht der Bevölkerung. 84 Prozent nennen „Vermittlung von Zusammenhalt und Einigkeit„, 79 Prozent [plus 7 Prozent]„Aktive Freizeitgestaltung mit Freunden im Sportverein„. Damit legt auch die soziale Bedeutung der Vereine um 7 Prozent zu. Der soziale Zusammenhalt wird für 62 Prozent wichtiger, dieser Wert steigt um 12 Prozent gegenüber 2020.

Umgang der Bundesregierung mit Bewegung und Sport in Sportvereinen

Aus Sicht der Bevölkerung wird der Umgang der Bundesregierung mit dem Thema Bewegung und Sport in Sportvereinen folgendermaßen bewertet: 17 Prozent vergeben die Schulnote 1 oder 2, 31 Prozent die Schulnote 3. 44 Prozent beurteilen den Umgang mit Note 4 oder 5. 8 Prozent gaben dazu keine Antwort.

Die Dringlichkeit der täglichen Turnstunde nach einem Jahr Corona

Die schon lange geforderte tägliche Turnstunde wird von 56 Prozent der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahre als sehr, von weiteren 25 Prozent als eher dringend betrachtet! Diese Meinung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Insgesamt schätzen also 81 Prozent – vier von fünf Österreicher•innen[!] – die Umsetzung einer „täglichen Turnstunde“, sprich tägliche Bewegungseinheit in den Schulen, als dringend ein.

Sport ist die beste Medizin – Folgerungen für die Zukunft

ASKÖ-Präsident Krist fasst die Ergebnisse folgendermaßen zusammen: „Die Menschen haben in der Corona-Krise die positiven Wirkungen des Sports eindeutig erkannt. Man kann es zusammenfassen mit: Sport ist die beste Medizin, vor allem gegen Stress und Übergewicht. Kein Medikament bringt das zusammen. Corona hat zudem Entwicklungen im Bewusstsein der Österreicherinnen und Österreicher für mehr Sport und Bewegung verstärkt.“

Grafik zur ASKÖ-Studie Bewegung gewinnt gegen Corona – künftige Bedeutung von Sport und Bewegung.
(c) ASKÖ

In diesem Sinn fordert der ASKÖ

  1. Die persönliche Bedeutung von Bewegung und Sport ist über alle Generationen zwischen 16 und 74 Jahren durch den pandemiebedingten Entzug von 2020 auf 2021 um 11 Prozent-Punkte gestiegen. Für zwei Drittel sowie bei drei Viertel der Menschen in Ausbildung und jenen, die wegen Corona zu Hause waren, sind Bewegung und Sport sehr wichtig. Bewegung und Sport müssen daher künftig Teil einer Gesamtstrategie gegen Gesundheitskrisen sein und besonders gefördert werden.

  2. Wenn 81 Prozent der Bevölkerung aktuell einen Zusammenhang zwischen Bewegung, Sport und Gesundheit sehen, sollte dieses positive Image in der Bevölkerung genutzt werden. Bewegungs- und Sportangebote vor Ort, sind ebenso wie Online-Angebote verstärkt auszubauen. So kann man wirksam Kollateralschäden wie Isolation, Bewegungsmangel, Stress, Angst, Depression, Übergewicht und anderem entgegenwirken.

  3. Sportvereine tragen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Sie sind Motor einer wohnortnahen Bewegungs- und Sportförderung für alle Generationen und benötigen daher jede Form von Unterstützung.

  4. 81 Prozent der Bevölkerung sehen mehr denn je die Dringlichkeit der schon lange geforderten ´täglichen Turnstunde´ oder tägliche Bewegungseinheit, als wichtig an. Es ist daher ein absolutes Muss, dass dieses Projekt ganz rasch noch intensiver ausgebaut gehört. Die Sport-Dachverbände beweisen mit dem Projekt ´Kinder gesund bewegen´ seit mehr als 10 Jahren, wie es im Kindergarten und der Volksschule gehen kann.

  5. Auch in Seniorenheimen, Tagesheimstätten und ähnlichen Betreuungseinrichtungen muss man mehr für Bewegung sorgen, ebenso Bewegungs-Programme für arbeitslose Menschen sollen verstärkt angeboten werden, denn die persönliche Fitness ist für den weiteren beruflichen Lebensweg unverzichtbar.

  6. Wir sehen die Studie auch als Auftrag, die Online-Aktivitäten auszubauen. Bereits jetzt kann man unter www.feel-fit.at in der ASKÖ online bei Bewegungs-Programmen mitmachen und Ernährungstipps nachlesen.

  7. Die Studie zeigt auch auf, dass die Politik den Sport viel ernster nehmen sollte als bisher. Bewegung und Sport helfen jährlich mehr als 1,1 Milliarden Euro an Krankheitskosten zu vermeiden. Alleine das ASKÖ Fit Programm spart jährlich knapp 19 Mio. an Krankheitskosten. Dazu kommen die unglaubliche Wertschöpfung in den Vereinen und Verbänden sowie die unbezahlbaren ehrenamtlichen Leistungen.

„Sport ist schon lange keine Nebensache mehr, leider wird das zu wenig gesehen.“

ASKÖ Präsident Hermann Krist

Über die Studie* | Service

Ausgangspunkt der aktuellen Folgestudie [„Bedeutung und Veränderung des Bewegungsverhaltens aufgrund der Corona-Krise. Vergleich zu Studie 2020.“] war eine Ersterhebung in der ersten Welle der Covid-19-Pandemie
in Österreich im April 2020. Die im Erhebungszeitraum 09. April bis 16. April 2020 erhobenen Daten und Auswirkungen sowie den Umgang mit ihnen nach einem Jahr zu vergleichen, war das Ziel der aktuellen Umfrage [Erhebungszeitraum 09. April bis 14. April 2021].

Befragt wurden 1.010 Personen zwischen 16 und 74 Jahren mittels Online-Befragung anhand des Bilendi-Panels. Die maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse beträgt +/- 3,1 Prozent.

Eine Präsentation der Studie können sie HIER als Pdf downloaden.

(Bilder: Pixabay.com; Grafiken: ASKÖ)

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