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Telemedizin – die zahlreichen Vorteile sind gekommen, um zu bleiben

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Vom e-Rezept über die e-Medikation bis hin zum Video-Telefonat mit den behandelnden Ärzt•innen: Telemedizin hat während der Corona-Pandemie die Behandlung von Patient•innen möglich gemacht und ist seither sozusagen fixer Bestandteil der medizinischen Versorgung.

Was gekommen ist, um zu bleiben, hat AbbVie Österreich in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut INTEGRAL sowie diversen Patientenorganisationen in einer quantitativen Online-Umfrage unter dem Titel “Telemedizin – Welche Erfahrungen haben Patient•innen damit gemacht?” erhoben. 1.000 österreichische Erwachsene im Alter zwischen 16 und 65 Jahren sowie 432 Erwachsene, die laut Selbstauskunft an einer chronisch entzündlichen Erkrankung leiden, wurden dazu im Befragungszeitraum März 2021 interviewt. Die Betroffenen sprechen von enormer Zeitersparnis, und Expert•innen im ganzen Land sind sich sicher, dass gerade ein Video-Call Kontroll- oder Rezepttermine ersetzen kann.


Welche Chance bietet Telemedizin auch nach der Pandemie?

Covid-19 hat in Österreich zu bahnbrechenden Errungenschaften wie dem e-Rezept oder der e-Medikation geführt. Mitunter waren während der Lockdowns Telemedizin-Lösungen oft auch der einzige Weg, Ärzt•innen und Patient•innen zu schützen und sie dennoch an die Versorgung anzubinden, die sie benötigen. Vor allem für Patient•innen mit chronischen Erkrankungen sowie älteren Personen bietet die Telemedizin viele Vorteile. Darunter weniger physische Arztbesuche sowie Kontrollen und damit einhergehend weniger Belastung für die Patient•innen durch weniger häufige Wege zur Ärztin bzw. zum Arzt.

“Ich bin mittlerweile ein großer Fan der Video-Konsultation“, sagt Univ. Prof. Dr. Harald Vogelsang, Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie. “Es war notwendig, zum Schutz der Erkrankten und der medizinischen Fachkräfte auf digitale Tools auszuweichen.” In einem Video-Telefonat sieht er massive Vorteile: “Es kann sehr rasch ein Termin vereinbart werden, die Patientin bzw. der Patient muss nicht kilometerlange Fahrten auf sich nehmen, ist in seiner gewohnten Umgebung und kann mit mir ohne Mund-Nasen-Schutz über seine Beschwerden sprechen.” Denn: Gerade die Mimik der Patient•innen und die Emotionen sind ein wesentlicher Faktor in einer erfolgreichen Behandlung bzw. Kontrolle von chronisch erkrankten Personen.

Grafik: Welche Anwendungen fallen unter den Bereich der Telemedizin.
(c) Abbvie

Steigende Herausforderungen an das Gesundheitssystem mit Telemedizin lösen

Durch die steigende Lebenserwartung brauchen immer mehr Personen medizinische Behandlung und Pflege. Damit steht vor allem das Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen, da auf demografische Veränderungen eingegangen werden muss, um die Versorgung und deren Qualität zu sichern. Die Angebote der Telemedizin bieten dem heimischen Gesundheitssystem dabei nicht nur eine neue Chance, den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden, sondern auch am technischen Fortschritt der medizinischen Branche mitwirken zu können.

Diesen Wunsch äußert auch Evelyn Groß, Präsidentin der ÖMCCV [Österreichische Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung] und selbst seit Jahren an Morbus Crohn erkrankt: “Was oftmals unterschätzt wird, ist der Zeitaufwand, den herkömmliche Arzttermine mit sich bringen – daher stellen e-Rezept, e-Medikation und Co. eine zeitsparende Alternative dar. Ich würde mir demnach auch wünschen, dass Kontrolluntersuchungen, für die ein Abtasten nicht notwendig ist, auch in Zukunft mittels Telemedizin beibehalten werden können. So kann nicht nur Zeit auf Patient•innen- und Ärzt•innen-Seite gespart werden, sondern auch Kosten für die An- und Abreise.” Insgesamt 22 Stunden pro Patient•in sind es laut ihrer Berechnung in einem Jahr, die durch Video-Konsultationen eingespart werden können [bei einem durchschnittlich 3-monatigen Rhythmus der Untersuchungen].

Erfahrungen von Patient•innen mit Telemedizin

Im Durchschnitt kennen vier von zehn Österreicherinnen und Österreicher den Begriff der Telemedizin. Jede•r dritte Österreicher•in im Alter von 16-69 Jahren gibt an, bereits mit einer Ärztin oder einem Arzt in Kontakt getreten zu sein, ohne die Praxis betreten zu haben. Gut jede•r Fünfte [21 Prozent] kann sich sehr gut vorstellen, in Zukunft Telemedizin zu nutzen. Vor allem das Telefonieren stößt dabei auf große Beliebtheit mit 75 Prozent Befürwortung, gefolgt vom schriftlichen Verkehr via eMail oder SMS [46 Prozent]. Auch das Videotelefonieren verspricht Chancen für die Zukunft: 44 Prozent würden auch nach der Pandemie ihre Ärzt•innen per Videokonferenz konsultieren.

Eine Ärztin auf dem Bildschirm eines Laptops während eines Videocalls.
(c) AdobeStock
Die Digitalisierung bietet im Bereich der Telemedizin nicht zuletzt hinsichtlich Zeitaufwand große Vorteile.

Erfahrungen von chronisch kranken Personen mit Telemedizin

Die Umfrage zeigt weiters, dass viele Betroffene einer chronischen Erkrankung bereits Erfahrungen mit Telemedizin gemacht haben: Es wurde mit der/ dem behandelnden Ärzt•in telefoniert [70 Prozent], via eMail oder SMS um eine Beratung gebeten [31 Prozent] oder videotelefoniert [20 Prozent]. Kontrolltermine, akute gesundheitliche Probleme sowie die Anpassung der Medikation waren die Hauptgründe für den telemedizinischen Arzttermin der Befragten.

Insgesamt kennt jedoch knapp ein Viertel aller Befragten den Begriff der Telemedizin nicht, auch die Angebote der Telemedizin wurden noch nicht genutzt. Zum aktuellen Zeitpunkt können sich aber mehr als zwei Drittel der Befragten [69 Prozent] vorstellen, die Angebote der Telemedizin auch nach der Covid-19-Pandemie zu nutzen: vorrangig via Telefon.

Gegen Telemedizin spricht spontan vor allem der Wunsch nach einem persönlichen Gespräch und die Angst vor einer ungenauen Diagnose.

Trotz vermehrter Akzeptanz gegenüber telemedizinischen Anwendungen aufgrund der Corona-Pandemie erklärten dennoch 35 Prozent der Befragten, sich nicht vorstellen zu können, telemedizinische Arzttermine zu nutzen. Die Gründe reichen hier von zu unpersönlich, schlechtem Gefühl und/ oder keinem Vertrauen [44 Prozent], über ungenaue oder falsche Diagnose ohne körperliche Untersuchung [39 Prozent] bis hin zu Datenschutzunsicherheiten [8 Prozent]. Vor allem in Puncto Datenschutz äußerten eher jüngere Befragte Bedenken [38 Prozent der bis 45-Jährigen].

Evelyn Groß über ihre Erfahrungen mit Telemedizin

(Bilder: AdobeStock; Grafik: Abbvie; Video: Abbvie/ OTS-Video/ TV-Salon)

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