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Unfallrisiko minimieren: Gerade jetzt gilt es Unfälle zu verhindern!

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Egal, ob im Haushalt oder im Straßenverkehr: Unfälle bzw. das Unfallrisiko sollten immer und überall vermieden bzw. minimiert werden. Das gilt noch mehr in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie, in der die Krankenhäuser – und hier vor allem die Intensivstationen – zusätzlich extrem ausgelastet sind. Daher sollte sich jede und jeder von uns mit den Verletzungsrisiken bei Tätigkeiten bewusst auseinanderzusetzen und das entsprechende Unfallrisiko so gering wie nur möglich zu halten.

Kapazitäten von Krankenhäusern und Einsatzkräften schonen

Auch während der Corona-Krise kommt es Tag täglich zu Unfällen. Doch gerade jetzt gilt es, das persönliche Unfallrisiko bewusst so gering wie möglich zu halten und so vor allem auch die dringend benötigten Kapazitäten von Spitälern und Einsatzkräften zu schonen.

Ärztinnen und Ärzte aus mehreren Krankenhäusern in Österreich berichten, dass es in Folge der Ausgangsbeschränkungen – ganz besonders an den Tagen mit wärmerer Außentemperatur – zu schweren Unfällen gekommen ist. Besonders häufig kam es demnach zuletzt zu schweren Unfällen bei Handwerkstätigkeiten, Forstarbeiten, bei der Gartenarbeit sowie beim Radfahren. Bei Letzterem kam es auch vermehrt zu Verletzungen, die durch das Tragen eines Helmes verhindert werden könnten. „Wir appellieren dringend an alle Menschen, sich gerade in der derzeitigen Situation vor der Ausübung gewisser Tätigkeiten bewusst mit dem damit verbundenen Verletzungsrisiko auseinanderzusetzen,“ betont das Kuratorium für Verkehrssicherheit [KFV].

„Wer beispielsweise über mehrere Jahre hinweg keine handwerklichen Tätigkeiten mehr ausgeübt hat, sollte sich gut überlegen, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg ist. Und: Gerade jetzt ist das Tragen von geeigneter Schutzausrüstung besonders wichtig.“

Chirurgen in einem OP bei einer Operation.
(c) Pixabay.com
Die Krankenhäuser sind aufgrund der Corona-Pandemie an ihren Kapazitätsgrenzen. Jeder zusätzliche Unfall verschärft die Situation noch mehr.

Tipps der KfV Expertinnen und Experten zur Verminderung des Unfallrisikos

Konkret haben die Expertinnen und Experten des KfV ein paar einfache Tipps, wie sie das Unfallrisiko im Alltag vermindern können:

  • Risikoabschätzung machen
    Gerade jetzt sollten – wie bereits Eingangs erwähnt – Unfälle unbedingt verhindert werden. Vor diesem Hintergrund sollte sich jede und jeder vor der Ausübung gewisser Tätigkeiten mit dem damit verbundenen Risiko und den eigenen Vorkenntnissen und Voraussetzungen auseinandersetzen. Im Zweifelsfall sollte auf die Ausübung lieber verzichtet werden.

  • Geeignete Schutzausrüstung verwenden
    Das Tragen geeigneter Schutzkleidung beeinflusst im Fall des Falles die Unfallschwere wesentlich. Achten sie daher unbedingt auf das Tragen für die Ausübung ihrer Tätigkeiten geeigneter Schutzausrüstung.

  • Vermeiden Sie Multi-Tasking
    Der überwiegende Teil der Unfälle ist auf Ablenkung und Unachtsamkeit zurückzuführen. Vermeiden sie daher Multi-Tasking und machen sie eines nach dem anderen.

  • Gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr
    Auch jetzt ist – so wie immer[!] – gegenseitige Rücksichtnahme unbedingt erforderlich, um die Verkehrssicherheit weiter zu gewährleisten. Vermeiden sie in diesem Sinn riskante Überholmanöver und achten sie auf ihre Geschwindigkeit.

  • Entfernen sie im Haushalt regelmäßig potenzielle Stolperfallen
    Rutschende Teppiche – vor allem auf Treppen – oder herumliegende Kabel sollten sie auf jeden Fall entfernen. Wenn sie auf der Treppe mit dem Teppich ins Rutschen kommt, kann das zu schweren Stürzen führen. Am besten entfernen sie Teppiche auf Treppen oder fixieren wenn möglich abstehende Teppichecken mit beidseitigem Klebeband am Boden.

Wenn man Gefahrenquellen nicht sieht, kann man diesen auch nicht ausweichen

Auf den täglichen Wegen im Haus oder in der Wohnung gibt es immer wieder kleine, versteckte Stolperfallen wie zum Beispiel Türschwellen oder Stiegen ohne Handlauf. Bei manchen Treppen sind auch die Stufen schlecht erkennbar, weil beispielsweise die Beleuchtung unzureichend ist. Da kann es leicht passieren, dass man eine Stufe zu viel oder zu wenig nimmt und stolpert.

Oft dient das Stiegenhaus auch als Abstellort für Kisten, Leitern, Besen oder andere Dinge, über die man leicht stolpern kann. Eine gute Beleuchtung in Stiegenhäusern und Gängen ist daher ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Lassen sie oben und unten an der Treppe Lichtschalter – idealerweise mit Bewegungsmeldern – montieren, damit sie nicht im Dunkeln tappen müssen. Bewegungsmelder haben auch den Vorteil, dass das Licht angeht, auch wenn sie einmal keine Hand für den Schalter frei haben sollten. Und damit sie Treppenabsätze besser erkennen, können sie diese durch Leuchtstreifen zusätzlich markieren.

Illustration: eine Person, die auf einer Treppe geht, Stichwort Unfallrisiko.
(c) Pixabay.com
Gerade Treppen und Stiegen sind leider prädestiniert dafür, dass man über sie stolpert und stürzt. Gute Beleuchtung und Handläufe können das Risiko dafür erheblich senken.


Handläufe können schwere Stürze verhindern

In Gängen und vor allem auf Stiegen sind beidseitige Handläufe in einer Höhe von etwa 90 bis 95 Zentimetern zu empfehlen. Um die Sicherheit zusätzlich zu erhöhen, sollten Geländer jeweils 30 Zentimeter über den Anfang und das Ende der Treppe hinausragen.

Aber auch in der unmittelbaren Wohnumgebung, etwa auf dem Weg zum Einkaufen oder beim Spazierengehen, können Unfälle passieren. Typische Gefahrenquellen auf Gehwegen sind nasses Laub im Herbst oder Schnee und Glatteis im Winter. Aus diesem Grund sollten sie Schuhe mit rutschfesten Sohlen, griffigem Profil und niedrigen Absätzen tragen – diese sind ein guter Schutz gegen Stürze.

Ein Gehstock – im Winter am besten mit einem montierbaren Eisdorn – ist oft eine hilfreiche Stütze. Nicht immer ist der kürzeste Weg der sicherste. Nehmen sie auch mal einen längeren Weg in Kauf, um Gefahrenstellen wie zum Beispiel ungesicherten Straßenübergängen oder ungesäuberten Wegen auszuweichen. Der positive Nebeneffekt: #BewegungISTgesund 😉

Bei schlechten Sichtverhältnissen können Kfz-LenkerInnen FußgängerInnen oft erst sehr spät erkennen. Tragen sie deshalb helle Kleidung, am besten mit reflektierendem Material, oder bringen sie zusätzlich Reflektoren an Taschen oder Kleidung an, um für AutofahrerInnen rechtzeitig sichtbar zu sein.

(Bilder: Pixabay.com)

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