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#unserealpen – einfach schön! Noch. Und so soll es auch bleiben!

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Unsere Alpen sind einzigartig, vielfältig und wertvoll – und dieser Natur- und Kulturraum ist massiv bedroht. „Die Alpen sind schön. Noch. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen.“ – so lautet die Kernbotschaft der aktuellen Kampagne #unserealpen der Alpenvereine aus Südtirol, Deutschland und Österreich.

#unserealpen: Warum gerade jetzt?
(c) Popp-Hackner

Damit #unserealpen so schön bleiben wie sie sind, müssen wir sie auch schützen.

Derzeit findet unter den großen Skigebieten in den Alpen ein Wettlauf um die „Poleposition“ statt: Die Betreiber erweitern, so lange es noch geht. Maßgebend ist das Motto: Je größer, desto besser. Wenn der Klimawandel fortschreitet, so das Kalkül, wenn der Kampf um die Schneesicherheit immer mehr Aufwand erfordert und wenn Skifahren immer teurer wird, dann überleben nur die Skigebiete, die einer schrumpfenden, aber exklusiven Kundschaft das Beste und Größte bieten können. Eile ist geboten, denn die gesellschaftliche Akzeptanz naturgefährdender Eingriffe schrumpft.

Die Outdoorbranche boomt seit vielen Jahren. Insbesondere der Bergsport ist beliebt wie nie zuvor. Die Folgen sind bekannt, positive wie negative. Was allerdings mit diesem Boom (noch) nicht mitgezogen hat: Das Bewusstsein für den Wert der Alpen. Sie beginnen „vor unserer Haustüre“, sie liegen mitten in Europa, sie bieten immer noch viel Natur und Abenteuer in einer der am dichtesten besiedelten und am meisten durch den Menschen beeinflussten Regionen der Welt. Die Alpen sind das grüne, wilde Herz Europas, und das wird immer mehr Menschen bewusst.

Die Zukunft der Alpen: Eine große europäische Frage

Schönheit ist das Eine. Das andere ist nicht minder wichtig: Die Alpen bilden das Wasserreservoir für alle Anrainerstaaten. Sie beherbergen eine einzigartige Vielzahl und Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Sie sind die Lebensgrundlage und der Lebensraum vieler Menschen. Sie bieten eine einmalige, vielseitige und abwechslungsreiche Landschaft. Die Alpen haben einen unschätzbaren ökologischen, ökonomischen und sozialen Wert. Aber sie sind bedroht, nicht nur durch Skigebietserschließungen. Ihre zentrale Lage setzt sie auch darüber hinaus einem massiven Nutzungsdruck aus – siehe zum Beispiel die Themen Verkehr oder Wasserkraft. Verschärft wird die Situation einmal mehr durch den Klimawandel. Es ist deshalb eine der großen europäischen Fragen, wie die Alpen intakt bleiben können.

Tirol: Wegweisende Entscheidungen für den Naturschutz
(c) Dr. Adalbert, Thomas Defner

An der Skiregion Kühtai sieht man gut, welche Spuren die letzten Jahrzehnte hinterlassen haben.

Wie wichtig und relevant der Start der Kampagne „Unsere Alpen“ ist, zeigt unter anderem die Situation in Tirol deutlich auf: Als Naturschutzorganisation machte der Österreichische Alpenverein schon sehr früh auf die bedenklichen Konsequenzen eines geplanten Neuentwurfes des Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramms (TSSP) öffentlich aufmerksam und brachte somit eine aktuell laufende politische Diskussion ins Rollen. Mit dem Neuentwurf würden sich auch umstrittenste Projekte durchsetzen lassen – in einer offiziellen Stellungnahme an die Tiroler Landesregierung fordert der Österreichische Alpenverein daher neben klaren Endausbaugrenzen eine vorläufige Verlängerung des bestehenden Seilbahnprogramms.

Mit wenigen Modifizierungen einigte sich die Tiroler Landesregierung Anfang Dezember auf eine Fortführung des Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramms (TSSP). Noch immer fehlt in diesem Programm jedoch ein klares Zugeständnis zu Endausbaugrenzen sowie der breite Dialog mit der Bevölkerung – für ein zukunftsträchtiges Seilbahnprogramm ist dies laut Alpenverein jedoch unumgänglich.

#unserealpen

(Bilder: Jan Kusstatscher, Popp-Hackner, Dr. Adalbert, Thomas Defner)

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