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Verletzungen heilen langsamer im Alter. Und wenn man nicht fit ist.

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Wer sportlich aktiv ist, dem ist es sicher schon das eine oder andere mal passiert: ein schneller Schritt, kurz unkonzentriert und schon liegt man da – umgeknickt mit überdehnten Bändern. Bei jungen Menschen heilen solche kleineren Sportverletzungen fast immer schnell. Fragt man aber einen 55+ Freizeitsportler, wie lange zB sein Knöchel nach einem Fehltritt geschwollen war, schaut die Antwort anders aus: monatelange Probleme sind keine Seltenheit. Oder anders formuliert: Alter und Fitness spielen beim Heilungsprozess eine nicht unwesentliche Rolle.

Jünger = schneller
(c) Pixabay.com

Wenn ein Junger umknickt, tut´s ihm auch weh. Der Unterschied: eine Verletzung heilt schneller.

Wer jung ist, ist klar im Vorteil – zumindest was Körper und Gesundheit betrifft: Haut- und Gewebezellen teilen sich schneller und ersetzen verletztes Gewebe zügiger durch neue. Das Immunsystem reagiert schneller auf mögliche Krankheitserreger in einer Wunde und geht kraftvoller gegen diese vor. Da letztlich der gesamte Stoffwechsel in jüngeren Jahren auf einem höheren Tempo läuft, können „Störungen“ schneller behoben werden.

Mit 30 Jahren ist unser Körper sozusagen am Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Ab diesem Alter sinkt im Normalfall die Rate der Zellteilung und wird darüber hinaus anfälliger für Störungen. Die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-System nimmt ab. Sehnen und Bänder verlieren an Elastizität, reißen schneller einmal ein und brauchen länger zur Heilung. Unsere Muskelmasse nimmt ab, was wiederum die Muskulatur anfälliger für Verletzungen machen – oder anders gesagt: so ist der natürliche Kreislauf des Lebens.

Risiko steigt nach erstmaliger Verletzung

Wer sich schon einmal zB ein Band am Sprunggelenk gerissen hat oder eine Kapsel geprellt, hat generell ein höheres Risiko, sich an dieser Stelle erneut zu verletzen. Egal wie alt man ist, dauert der Heilungsprozess bei einer neuerlichen Verletzung einfach länger. Grund dafür liegt in verletzungsbedingten Veränderungen am Bindegewebe, wodurch die beteiligten Strukturen weniger belastungsfähig sind.

Gut zu wissen: Die Häufigkeit von Sportverletzungen nimmt mit dem Alter kontinuierlich ab. Das liegt zum Teil sicher daran, dass ältere Menschen weniger Sport treiben als jüngere. Aber auch die aktiven Älteren verletzten sich weniger. Eine mögliche Erklärung: ältere Menschen kennen ihren Körper besser als jünger. Sie wissen, was sie ihrem Körper zumuten können, um ihn nicht zu überfordern. Denn wer übertreibt, setzt sich und seinen Körper unter Stress und schwächt so sein Immunsystem. Zum Sport gehören immer auch ausreichen Ruhephasen zwischen den einzelnen Einheiten – man muss ihm auch Zeit zur Regeneration geben.

Jeder hat es selbst in der Hand
(c) Pixabay.com

Tapen ist eine gute Möglichkeit, neuerlichen Verletzungen vorzubeugen.

Nüchtern betrachtet, klingt das jetzt nicht sonderlich erbaulich. Zum Glück gibt´s ein „aber“. Denn der individuelle Spielraum ist bei diesen natürlichen Alterungsprozessen enorm. Wie sich unsere Muskulatur, Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel, etc. nach unserem 30er entwickeln, hängt zu einem sehr großen Teil von unserer Lebensführung ab. Sprich ein 60-Jähriger, der sich regelmäßig bewegt, gesund ernährt und Nichtraucher ist, wird einen deutlich besseren Stoffwechsel, kräftigere Muskeln und ein stabileres Herz-Kreislauf-System haben als ein 29-Jähriger übergewichtiger Raucher. Und ein fitter Körper hat außerdem auch ein stärkeres Immunsystem und bessere „Selbstheilungskräfte“.

Verletzt man sich trotz allem, muss man schnell reagieren, um im Idealfall eine Schwellung zu verhindern. Wirksam sind: hochlagern, kühlen, eventuell ein Druckverband. Schwellungen gering zu halten, ist wichtig, denn sie können die Heilung erheblich verzögern.

(Bilder: Pixabay.com)

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