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Welt-Frauentag: Lebensstil = Lebenserwartung + Lebensqualität

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Der 8. März ist Welt-Frauentag. Frauen in Österreich haben heute eine statistische Lebenserwartung von 84 Jahren und leben somit im Durchschnitt um 4,7 Jahre länger als Männer. Doch bei der Anzahl an gesunden Lebensjahren liegen sie gleichauf mit den Männern. Und nicht zuletzt die Zunahme an Diabetes-Erkrankungen wird die steigende Lebenserwartung in den kommenden Jahren einbremsen.

Übergewicht und Diabetes sind die größten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, der häufigsten Todesursache bei Frauen“, sagt die Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien. Außerdem: Frauen leben zwar länger als Männer, aber nicht unbedingt beschwerdefreier.

Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer

Ein bis zwei Jahre der längeren Lebenserwartung von Frauen gegenüber Männern sind biologisch bedingt. Frauen verfügen nämlich generell über ein stärkeres Immunsystem, eine medizinisch gesehen günstigere Fettverteilung am Körper sowie einen natürlichen hormonellen Gefäßschutz [Östrogen]. Damit sind sie gegenüber Männern – zumindest bis zur Menopause – im Vorteil.

Der restlichen Gründe für eine längere Lebenserwartung sind „nur“ rein Faktoren des [gesünderen] Lebensstils, die Frauen eben länger leben lassen.

Doch das durchschnittliche Alter, bei dem die ersten chronischen Krankheiten auftreten, ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit rund 57 Jahren nahezu deckungsgleich. Und die Zunahme von Diabeteserkrankungen speziell bei Frauen sorgt dafür, dass sich chronische Krankheiten zunehmend in jüngere Lebensjahre verschieben.

Der Kopf einer älteren Frau mit Sonnenbrille, Stichwort Welt-Frauentag. (c) Pixabay.com
Frauen haben zwar eine höhere Lebenserwartung als Männer, allerdings treten erste chronische Krankheiten durchschnittlich im gleichen Alter auf.

Kardiovaskuläre Krankheiten als Todesursache Nummer eins

Herzkreislauferkrankungen sind bei Frauen in Österreich mit 42 Prozent die häufigste Todesursache. Im Vergleich dazu sind es bei Männern 35 Prozent. „Frauen versterben öfter an Herzkreislauferkrankungen, also Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzschwäche und Rhythmusstörungen, als Männer“, erklärt Alexandra Kautzky-Willer. Ob eine Frau zu einer Risikogruppe gehört und irgendwann im Laufe ihres Lebens an kardiometabolischen Erkrankungen leidet, kann allerdings schon in frühen Jahren relativ gut eingeschätzt werden.

Frauen durchlaufen im Leben zwei spezielle Phasen, bei denen bestimmte Unregelmäßigkeiten das Risiko für Herzkreislauferkrankungen in höherem Alter anzeigen: die reproduktive Phase und gegebenenfalls Schwangerschaften sowie die Menopause, also die Wechseljahre. Eine in frühen Jahren einsetzende Monatsblutung oder Menopause, unregelmäßige Menstruationszyklen, das polyzystische Ovarsyndrom oder andere Auffälligkeiten sind schon bei jungen Frauen ein Risikoanzeiger für Erkrankungen des Herzkreislaufsystems in späterem Alter.

Schwangerschaft – Stresstest für den weiblichen Körper

Auch während der Schwangerschaft können bestimmte Komplikationen auf spätere Krankheiten hindeuten. „Eine Schwangerschaft ist sozusagen ein Stresstest für den weiblichen Organismus„, erklärt Alexandra Kautzky-Willer. „Präeklampsie, eine in Schwangerschaften auftretende spezielle Form des Bluthochdrucks, aber auch ein unkomplizierter Schwangerschaftsbluthochdruck oder der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes geben Hinweise auf Erkrankungen in späteren Jahren.“

In der Menopause fällt der Östrogenspiegel sehr stark ab, der bis dahin eine gewisse Schutzwirkung auf die Blutgefäße und den Zucker-, Fett- und Knochenstoffwechsel genauso wie auch auf das Immunsystem von Frauen hatte. Wenn Frauen im Alter von 50 bis 60 Jahren an Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen leiden, werden sie zur Hochrisikogruppe für Herzkreislauferkrankungen.

„Frauen mit dem klassischen metabolischen Syndrom haben ein dreifach erhöhtes Risiko auf akute Herzinfarkte oder andere Erkrankungen des Herzkreislaufsystems mit hohem Mortalitätsrisiko,“ so die Medizinerin.

Ein Blutdruckmessgerät. (c) Pixabay.com
Ein metabolische Sydrom ist durch vier Faktoren gekennzeichnet: Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus Typ 2.

Zusätzliche Faktoren für eine höhere Lebenserwartung

Frauen, die ihre fruchtbaren Jahre und den Wechsel uneingeschränkt ohne kardiovaskuläre Erkrankung oder Diabetes überstehen, haben gute Aussichten auf zusätzliche zehn beschwerdefreie Jahre und eine höhere Lebenserwartung. Allerdings nur dann, wenn auch zusätzlich folgende Faktoren zutreffen: Verzicht auf Rauchen, zumindest 210 Minuten Bewegung in der Woche – Stichwort #BewegungISTgesund –, gesunde hochwertige Ernährung mit Einhaltung des Körpergewichts im Normalbereich und nicht mehr als 15 Gramm Alkohol pro Tag – übrigens alles Maßnahmen, die auch den Männern ein längeres Leben bescheren.

Kautzky-Willer empfiehlt außerdem für einen optimierten Lebensstil: wenig Sitzen, ausreichend erholsamer Schlaf und eine Regulierung des Blutzuckerspiegels, der Blutfette und des Blutdrucks. „Frauen können so ihr Diabetesrisiko um 75 Prozent senken. Und wer bereits an Diabetes erkrankt ist, senkt so Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und das eigene Mortalitätsrisiko um 50 Prozent.“

(Bilder: Pixabay.com)

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