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Hochgradiger Hörverlust: Weltweit dünnstes Cochlea-Implantat

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Sie hören die Wohnungsglocke nicht, können Gesprächen nicht folgen und schon gar nicht telefonieren, beim Fernsehen sind sie ins Zeitalter der Stummfilme zurückgefallen: Menschen mit einem hochgradigen Hörverlust oder fast völliger Taubheit sind ohne entsprechende Behandlung aus fast allen Teilen des täglichen Lebens ausgeschlossen. ABER: Mit Hilfe der neuesten Hörimplantat-Generation kehren sie dorthin zurück.

Die vor kurzem auf den Markt gebrachte Cochlea-Implantat-Serie der australischen Firma Cochlear® führt zu einer stark verbesserten Hörqualität, passt sich flexibel an die Kopfform an und muss selbst bei MRT-Untersuchungen nicht entfernt werden. Die Implantate sind extrem dünn und damit deutlich weniger sicht- und spürbar als bisherige Implantate. Für die Patienten bedeutet das eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Klassische Hörgeräte manchmal nicht ausreichend

In Österreich ist jede fünfte Person von Schwerhörigkeit betroffen. Von hochgradiger Schwerhörigkeit spricht man, wenn man Gesprächspartner, die in normaler Lautstärke – zwischen 40 bis 60 Dezibel – sprechen, nicht mehr verstehen kann. Von an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit spricht man dann, wenn sogar laute Musik oder die Geräusche einer sehr belebten Straße nicht mehr gehört werden.

Geht die Schwerhörigkeit auf eine Schädigung des Innenohres (Cochlea) zurück, spricht man von einem sensorineuralen Hörverlust. Klassische Hörgeräte reichen in so einem Fall nicht mehr aus, die Betroffenen benötigen ein sogenanntes Cochlea-Implantat. Das ist ein elektronisches Gerät, das chirurgisch implantiert wird und direkt die Hörnerven stimuliert – ähnlich dem natürlichen Hören.

Grundsätzlich gilt: Je früher nach einem Hörverlust eine Cochlea-Implantation vorgenommen wird, desto leichter kann sich das Gehirn auf das Wiedererlernen von Sprache und Klängen einstellen. Eine zeitgerechte Versorgung hindert den Hörsinn sozusagen am „Vergessen“. Im Schnitt werden in Österreich pro Jahr etwa 350 bis 400 Betroffene mit einem Cochlea-Implantat versorgt.

Ein alter Mann und eine alte Frau vor einem Haus im Gespräch miteinander. (c) Pixabay.com
Schwerhörigkeit trifft in Österreich jede fünfte Person, was einen erheblichen Verlust an Lebensqualität bedeutet.

Weltweit dünnstes Implantat seit kurzem in Österreich verfügbar

Durch intensive Forschung sind die Implantate mittlerweile relativ klein und dünn geworden, weshalb sie auch bei Kindern mit empfindlicher Kopfhaut gut einsetzbar sind. Auch optisch fallen sie nicht mehr so auf.

Die neueste Generation der Cochlea-Implantate (Serie Nucleus® Profile Plus) des australischen Herstellers Cochlear® ist mit 3,9 Millimetern derzeit die weltweit dünnste. Die Spule zur Weiterleitung der Signale passt sich an die natürliche Form des Kopfes an. Außerdem kann das Implantat einfach und schnell chirurgisch eingesetzt werden, wie Dr. Andreas Lackner, Oberarzt im LKH-Universitätsklinikum Graz bestätigt: „Die Cochlea-Implantate sind in den vergangenen Jahren immer kleiner und flexibler geworden, das macht es chirurgisch einfacher und die OP für den Patienten atraumatischer.“

Sein Kollege, Priv.Doz.Dr.Dr. Matthias Graupp, mit dem er diese Operationen durchführt, sieht außerdem ein verringertes Risiko für Schmerzen und Infektionen. Ähnliche Erfahrungen hat auch Prim. Dr. Thomas Keintzel vom Klinikum Wels-Grieskirchen gemacht, der vor kurzem ebenfalls begonnen hat, die neuen Implantate bei seinen Patienten einzusetzen.

Für die Patienten sicherlich am wichtigsten: „Bereits wenige Tage nach der Implantation sind Hörvermögen und schnelle Spracherkennung der Patienten wirklich beeindruckend„, wie Audiologe Mag. Dr. Alois Mair vom Universitätsklinikum Salzburg feststellt. Sein Fazit: „Wenn es solche Hörlösungen nicht gäbe, wären viele Menschen großteils von Beruf und Privatleben ausgeschlossen.“

Problemlose MRT-Untersuchungen

Ein weiterer großer Vorteil der Nucleus-Serie: Sie ermöglicht schmerzfreie MRT-Untersuchungen, ohne dass der im Implantat befindliche Magnet entfernt werden muss. Das inkludiert nun sogar neurologische MRT-Untersuchungen und bedeutet erhebliche Vorteile für die Patienten: sie benötigen vor MRT-Untersuchungen keinen chirurgischen Eingriff mehr; brauchen keine Bandagen zur Fixierung des Magneten während der Untersuchung; das wiederum verkürzt die Wartezeit vor der Untersuchung; und sie müssen keine unnötig lange Zeit ohne Hören verbringen.

Ausgezeichnete Implantat-Zuverlässigkeit

Eine wesentliche Eigenschaft bei chirurgisch eingesetzten Hörunterstützungen ist ihre Zuverlässigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Implantat in einem Zeitraum von fünf Jahren unverändert an seinem Platz bleiben kann, gemessen an der sogenannten Cumulative Survival Percentage (CSP), liegt bei der Nucleus-Serie mit 99,82 Prozent fast am Maximum.

Der CSP-Wert berücksichtigt sowohl Ausfälle, die auf das Gerät zurückführen sind, als auch solche, die durch einen Unfall verursacht wurden.

Die Erfahrung zeigt, dass Cochlea-Implantate meist mehrere Jahrzehnte verwendet werden können, ohne ausgetauscht werden zu müssen. Sie sind für Erwachsene und für Kinder geeignet. Die Implantate der neuesten Generation wurden bereits an den Kliniken Wels-Grieskirchen, St. Pölten, Graz und Salzburg eingesetzt.

Cochlea-Implantat gegen hochgradigen Hörverlust. (c) Cochlear Ltd./ Geoff Howden
3,9 mm – das weltweit dünnste Cochlea-Implantat gegen hochgradigen Hörverlust.

Über Cochlear®

1981 gegründet, ist Cochlear heute der globale Marktführer auf dem Gebiet innovativer implantierbarer Hörlösungen. Die Technologie dieser Cochlear-Implantat-Systeme ermöglicht es Kindern und Erwachsenen mit hochgradigem Hörverlust wieder zu hören. Darüber hinaus entwickelt und vermarktet das Unternehmen weitere implantierbare Hörlösungen für verschiedene Arten des Hörverlustes.

Über eine Viertelmillion Menschen in mehr als hundert Ländern weltweit sind heute durch ein Cochlear Hörsystem mit ihren Familien, Freunden und ihrem sozialen Umfeld verbunden.

(Bilder (v.o.n.u.): Cochlear Ltd., Pixabay.com, Cochlear Ltd./ Geoff Howden)

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