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An alle Wintersportler: nehmt [auch] Rücksicht auf die Wildtiere

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Seit Tagen und Wochen beschäftigt die aktuelle Wettersituation ganz Österreich. Enorme Schneemengen entlang der Alpennordseite verlangen nicht nur den Bewohnern der betroffenen Gebiete und den Einsatzkräften alle ihre Kräfte ab, sondern noch viel mehr den Wildtieren. Des einen Leid‘, des anderen Freud. Während viele Menschen die Situation sehr angespannt erleben und Wildtiere ums Überleben kämpfen, freuen sich Freizeitsportler über den Schnee und bringen damit oft sich selbst, Einsatzkräfte und eben auch Wildtiere in Gefahr.

Wildtiere brauchen in der kalten Jahreszeit unbedingt Ruhe

Wildtiere sind grundsätzlich gut an die Natur angepasst, aber die aktuellen Schneemassen sind nicht nur für schwache und kranke Tiere eine tödliche Gefahr. Generell brauchen Wildtiere in der Winterzeit viel Ruhe und sollen nicht gestört werden. Die Futtersuche und Fortbewegung verlangen ihnen viel Kraft und Energie ab. 

Für Wintersportler – und hier sind vor allem Skitourengeher angesprochen – gilt es, den Lebensraum der Tiere zu achten und zu respektieren. Skitourengeher bewegen sich im Lebensraum vieler Wildtiere, die im Winter besonders sensibel auf Störungen reagieren. Bei einer Flucht durch den Schnee brauchen die Tiere so viel Energie, dass sie vielfach sogar verenden können.  

Bei diesen Schneemassen sind die Wege oft auch die einzige Bewegungsmöglichkeit für Wildtiere. Der Bereich von Fütterungen muss großräumig gemieden werden und Beschilderungen muss Folge geleistet werden. Tourengeher sollten daher nach dem Motto ‚Natur nützen. Natur schützen.‘ nur ausgewiesene Skirouten benutzen und damit Verantwortung für die Natur in diesen schwierigen Zeiten übernehmen.

Bei Sichtungen von Wildtieren soll man sich unbedingt sofort zurückziehen. Das Wild kann bei diesen Schneelagen oft nicht flüchten und scheint daher vertraut zu sein. Tatsächlich werden die Tiere durch die Nähe der Menschen enorm gestresst und verbrauchen dadurch mehr Energie als durch die Winterfütterung aufgenommen werden kann. Nässe und Kälte tun ihr Übriges und führen im schlimmsten Fall zum Tod.  

So dramatisch ist die aktuelle Schneesituation für Wildtiere.

Wintersport mit Rücksicht auf die Natur

Grundsätzlich ist es in der derzeitigen Situation oft fahrlässig auf Skitour zu gehen – sowohl für das eigene Leben als auch für das Leben der Einsatzkräfte, die die in Not geratenen leichtsinnigen Freizeitsportler retten müssen. Die Situation wird sich laut Meteorologen in den nächsten Tagen entspannen und damit noch mehr Skitourengeher auf den Weg bringen. Information über die Lawinenwarnstufe, passende Ausrüstung, das Kennen der eigenen Leistungsfähigkeit und das Einhalten von gewissen Regeln ist das Um und Auf beim Sporteln in der Natur. 

Durch die hohen Schneelagen sind selbst mannshohe Jungkulturen nicht sichtbar und erscheinen als vermeintlicher Skihang. In der Schneedecke werden jedoch durch das Befahren und besonders durch Schwünge die eingeschneiten Baumwipfel mit den Skikanten verletzt.  

Skitourengeher sollten daher unbedingt junge Baumkulturen meiden. Das Betreten und Befahren von Jungwäldern ist nicht erlaubt. Bäume und deren Wurzeln und Äste dürfen nicht beschädigt werden. Denn wie die aktuelle Lage zeigt, brauchen wir dringend die Verjüngung der alpinen Wälder zur Aufrechterhaltung aller Schutzfunktionen für die Zukunft. 

Heimische Wälder tragen in diesen Tagen eine große Last

Eine Schitourengeherin in die Alpen. (c) Pixabay.com
Gegen eine Schitour ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Problematisch wird es nur dann, wenn man dabei auf die Natur und Wildtiere keine Rücksicht nimmt!

Enorme Schneemassen liegen auf den Wipfeln und Ästen der Bäume. Lockerer, trockener Schnee ist kein Problem für gesunde Bäume. Wird der Schnee allerdings nass und schwer, kommt ein Gewicht zusammen, das so mancher Stamm nicht mehr halten kann. Äste oder Wipfel brechen ab, im schlimmsten Fall fällt der gesamte Baum aufgrund der Schneelast um. Trotzdem sichern die Wälder Straßen, Bahnlinien und Ortschaften vor Lawinen. Ohne gepflegte Wälder wären viele Täler der Alpen nicht mehr sicher. Abgegangene Lawinen und Schneebretter hinterlassen jedoch ihre Spuren im Wald.  

In diesem Sinn: unterstützen sie die Anstrengungen der Waldbesitzer, indem sie nicht unbedacht durch die Natur pflügen – nur so haben alle – nachhaltig – etwas davon!

(Bilder: Pixabay.com; Video: Land & Forst Betriebe Österreich)

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