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Zecken – so schützen sie sich gegen mögliche Stiche und ihre Folgen

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Die Zecken sind schon aktiv. Viele Österreicher haben heuer bereits den einen oder anderen Sicht-, wenn nicht sogar Körperkontakt mit den kleinen Spinnentieren gehabt. Spätestens jetzt sollte sich daher jeder Österreicher über seinen Schutz vor FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und anderen von Zecken übertragenen Krankheiten Gedanken machen.

Neben diversen Möglichkeiten, um sich gegen Zecken im Allgemeinen zu schützen, ist die wirksamste Schutzmaßnahme gegen FSME die rechtzeitig und regelmäßig aufgefrischte Impfung. Hier empfiehlt es sich, den vorgeschriebenen Impfintervall genau einzuhalten, da sonst der Schutz nicht mehr gegeben ist. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, das die oftmals angewandten Titer-Bestimmungen, die häufig als Entscheidungsgrundlage für eine Auffrischung herangezogen werden, laut Experten nur eine sehr begrenzte Aussagekraft haben. Und darüber hinaus sind diese noch dazu teurer als die Impfung selbst.

Nicht nur FSME – daher ist eine Kontaktvermeidung nur begrenzt sinnvoll

Weil Zecken aber – leider – nicht nur FSME übertragen können, sondern auch andere Krankheiten wie zum Beispiel Borreliose, sollte man selbst als Geimpfter jeden Kontakt mit ihnen so gut wie möglich vermeiden. Da ganz Österreich als Verbreitungsgebiet gilt, ist es de facto unmöglich, „Zeckengebiete“ zu meiden. Allerdings kann man hohes Gras und schmale Pfade in der Nähe von Buschwerk umgehen – Orte, an denen sich Zecken bevorzugt aufhalten. Wer sie dennoch durchqueren muss, sollte dies raschen Schrittes tun, denn: Wenn der Kontakt mit Zecken kürzer als 0,1 Sekunden dauert, haben diese nicht genug Zeit, um sich festzuhalten.

Nützlich ist auch das Tragen heller Kleidung. Diese sollte Arme und Beine bedecken und an den Hand- und Fußgelenken eng sein. Auch wenn es möglicherweise ein wenig ungewohnt aussieht: Idealerweise sollte man die Hosenbeine in die Socken stecken und weit hinaufreichende geschlossene Schuhe tragen. Zusätzlich kann man noch sogenannte Repellents verwenden. Also Sprays, mit denen Kleidung und Haut vorsorglich eingesprüht werden können. Wichtig ist, darauf zu achten, dass diese auch ausdrücklich gegen Zecken schützen.

Lange Kleidung schützt vor Zecken und somit auch vor einer möglichen Übertragung von Krankheiten wie FSME. (c) Pixabay.com
Lange Kleidung schützt vor Zecken und somit auch vor einer möglichen Übertragung von Krankheiten wie FSME oder Borreliose.

Nach dem Aufenthalt in der Natur: Zecken suchen und rasch entfernen

Ist das Malheur passiert und hat eine Zecke zugestochen, überträgt sie das FSME-Virus sofort über den Speichel. Dennoch ist es sinnvoll, sie so rasch wie möglich zu entfernen, um andere potenzielle Infektionen zu verhindern. Bei Borreliose erfolgt die Übertragung der Bakterien nämlich erst ein bis drei Tage nachdem sich das Tier am menschlichen Wirt festgeklebt hat. Erwachsene, die sich immer wieder im Freien aufhalten, tun also gut daran, ihren Körper mindestens einmal täglich nach Zecken abzusuchen, den ihrer Kinder noch öfter.

Gefundene Zecken sollten so vorsichtig wie möglich herausgezogen werden – zum Beispiel mit Hilfe einer Zeckenzange oder einer Pinzette. Dabei ist es am besten, das Tier an jenem Teil zu packen, der der Haut am nächsten ist, ohne auf den Körper der Zecke zu drücken. Klebstoffe, Nagellack, Öl oder Ähnliches braucht man dazu nicht. Sollte hinterher noch ein kleiner schwarzer Punkt in der Haut sichtbar sein, ist das üblicherweise nicht der Kopf der Zecke, sondern ein Teil der Beißwerkzeuge. Erreger können so aber nicht mehr in den menschlichen Körper gelangen.

Gegen FSME schützt nur die regelmäßige Impfung

All diese Maßnahmen kommen gegen eine Übertragung des FSME-Virus üblicherweise zu spät. „Das einzige, das wirklich hilft, ist eine vollständige Grundimmunisierung gegen FSME und die regelmäßige Auffrischung nach fünf beziehungsweise nach drei Jahren bei Personen über 60“, erklärt Univ. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Facharzt für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin am Zentrum für Reisemedizin.

Dieser vorgeschriebene Impfintervall sollte auch wirklich eingehalten werden, empfiehlt der Experte. „Von einer Titerbestimmung, um herauszufinden, wann die nächste Auffrischung gemacht werden soll, ist abzuraten. Die derzeit verfügbaren Tests sind dafür nicht aussagekräftig genug.“ So sei zum Beispiel nicht feststellbar, ob alle gemessenen Antikörper auch in der Lage seien, den Erreger tatsächlich unschädlich zu machen. Es könne zwar bei einer gewissen nachgewiesenen Antikörpermenge vermutet werden, dass ein Schutz vorliegt, aber nicht wie gut dieser ist und wie lange er noch hält. Außerdem seien bei den herkömmlichen Tests Kreuzreaktionen mit anderen Antikörpern möglich, die das Ergebnis verfälschen würden. Und auch der Zeitpunkt der Blutabnahme und die Anzahl der Vorimpfungen hätten Einfluss auf das Ergebnis.

„Außerdem“, so Kollaritsch, „ist eine regelmäßige Titerbestimmung teurer als die Impfung. Wer sich im vorgesehenen Impfintervall befindet, kann auf jeden Fall sicher sein, in den nächsten Jahren geschützt zu sein, ganz ohne Titerbestimmung.“

Ein voll gesaugter Zeck auf der Handfläche eines Mannes. (c) Pixabay.com
Sobald ein Zeck zusticht, kann er FSME übertragen. Andere Krankheiten wie v.a. Borreliose werden erst nach ein bis drei Tagen übertragen. Daher sollten Zecken so rasch wie möglich entfernt und nicht darauf gewartet werden, bis sie voll gesaugt von selbst abfallen.

Das richtige Impfschema gegen FSME

Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Teilen, wobei die ersten beiden Impfungen im Abstand von einem bis drei Monaten stattfinden, die dritte im Jahr darauf. Die erste Auffrischung erfolgt nach drei Jahren, alle weiteren bis zum 60. Lebensjahr alle fünf Jahre. Bei Personen über 60 Jahren muss aufgrund des nachlassenden Immunsystems alle drei Jahre aufgefrischt werden.

(Bilder: Pixabay.com)

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